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Ready Made



Hier gibt es Anleitungen für Klamotten an denen man nichts wirklich nähen muß. Wir haben fertig gekaufte Kleidungsstücke umgearbeitet und teilweise was ganz anderes draus gemacht. Dafür muß man keine großen Kenntnisse in Sachen Schnitttechnik haben und braucht manchmal noch nicht einmal eine Nähmaschine. Was dabei rauskommt ist trotzdem tragbar, manchmal ein wenig Punk, aber immer individuell und vor allem selber gemacht.
Alles in allem sind die Ready Mades schnell und einfach herzustellen und eigenen sich daher hervorragend für alle die erst anfangen ihre eigenen Klamotten zu schneidern oder einfach nicht so einen Aufwand treiben wollen.


Ihr könnt die Anleitungen nach Ausgangsmaterial und/oder Endprodukt filtern und anzeigen lassen:
Aus
Ausgangsmaterial
sollEndprodukt
werden




Rock aus einem Tshirt

Von Natron






Alles begann mit diesem Shirt:


Man braucht: So geht's:
Wenn das Shirt neu ist, wird es erstmal vorgewaschen, sonst kann es böse Überraschungen geben was die spätere Passform angeht. Auch Baumwolljersey läuft ein!

Die Transformation zum Rock beginnt mit dem beherzten Griff zur Schere. Als erstes werden die √Ąrmel rausgeschnitten. Man kann auch die N√§hte auftrennen, ist aber nicht unbedingt erforderlich. Dicht neben der Naht (auf der Shirtseite, nicht auf dem √Ąrmel) entlangschneiden. Das macht sich besser, wenn man beide Stofflagen einzeln schneidet.

Schnitt 1, √Ąrmel ab

Die √Ąrmel k√∂nnen zur Seite gelegt werden, die brauchen wir erstmal nicht mehr. Das √§rmellose Shirt wird jetzt weiter zerschnitten.

Denkt (oder zeichnet) euch eine waagerechte Linie die direkt unter dem Halsb√ľndchen entlangl√§uft. Dort wird vorne und hinten der obere Teil des Shirts abgeschnitten. Ebenso entlang einer weiteren waagerechten (parallelen!) Linie etwa 20 cm weiter unten. Die H√∂he dieses Streifens k√∂nnt ihr am Aufdruck des Shirts orientieren (ich habe versucht den Schriftzug ganz zu lassen). Das wird sp√§ter der Bund/Sattel.

Es ist wichtig, dass ihr wirklich gerade und parallel schneidet, sonst wird nachher alles schief. Messt euch die Abstände aus und zeichnet euch Markierungen auf das Shirt.

Bund zurechtschneiden

Die Schulterpartie des Shirts kann auch weggelegt werden, brauchen wir jetzt nicht. Die Seiten der beiden Bundstreifen die ihr jetzt habt sind vermutlich etwas schr√§g vom √Ąrmelloch. Das bitte einmal begradigen. Wer ein sehr gro√ües Shirt hat, schneidet die Streifen auf eine Breite die dem halben H√ľftumfang minus einer Stretchzugabe entspricht (einfach mal an einer Seite zusammenstecken und anprobieren, dann wisst ihr die L√§nge). Bei Gr√∂√üe M hat das bei mir gut gepasst, so wie es war. Ganz eng muss der Bund nicht sein, daf√ľr haben wir noch das W√§schegummi.

Die beiden Streifen werden jetzt an den schmalen Seiten zusammengen√§ht und bilden so einen Ring. Verwendet einen Stretchstich oder einen schmalen Zickzack, damit die Naht sp√§ter nicht rei√üt. Wer eine Overlockmaschine hat, freut sich. Normalerweise franst T-Shirtmaterial nicht aus, ihr m√ľsst also nicht gro√ü vers√§ubern (vor allem nicht wenn ihr eh mit Zickzack arbeitet), aber wer sich unsicher ist, kann das nat√ľrlich tun.

Weiter gehts mit dem Rest des Shirts. Messt die Höhe aus (ohne den Saum) und halbiert sie. Dort schneidet ihr das Shirt einmal waagerecht durch. So ergeben sich zwei gleich hohe Ringe (an einem ist der Saum dran, den kann man aber auch gleich knapp abschneiden).

Rockteil schneiden

Die beiden Ringe werden an einer Seitennaht aufgeschnitten. Nicht alle T-Shirts haben Seitenn√§hte, aber wenn keine da ist, denkt euch eine. Die Naht schneidet ihr komplett raus, die brauchen wir nicht. Jetzt haben wir zwei l√§ngliche Rechtecke. Die H√∂he entspricht dem ger√ľschten Teil des Rockes und ergibt mit den 20 cm des Bundes (oder was immer euer Ma√ü ist) die gesamte Rockl√§nge. Bei mir sind das 20 + 25 cm. Davon geht nat√ľrlich noch etwas Nahtzugabe ab. Wenn ihr den Rock k√ľrzer wollt, √§ndert das lieber erst wenn ihr beide Teile zusammengen√§ht habt.

Die beiden Rechtecke werden genau wie der Bund an den schmalen Seiten zusammengen√§ht. Das ist jetzt nat√ľrlich viel zu weit und wird daher ger√ľscht.

Zum R√ľschen von Stoffbahnen gibt es verschiedene M√∂glichkeiten, hier zeige ich euch eine ganz einfache. Man braucht den Nylonfaden und einen breiten Zickzackstich. Mit dem Zickzack n√§ht ihr √ľber den Nylonfaden, so dass er von der Naht quasi eingeschlossen wird. Dann kann der Stoff sp√§ter auf dem Faden zusammengeschoben werden und kr√§uselt sich.

So eine Naht macht ihr jetzt entlang der oberen Kante des Rockteils, einmal rundherum. Passt am Anfang auf, dass der Nylonfaden nicht wieder unter der Naht rausrutscht, es hilft einen Knopf oder ähnliches anzuknoten.

Nylonfaden

Warum Nylonfaden? Der hat verschiedene Vorteile. Erstmal kann man ihn mit der Maschine nicht festn√§hen. Er rutscht unter der Nadel weg und liegt so immer frei. Einen Wollfaden k√∂nnte man aus Versehen festn√§hen und dann sp√§ter den Stoff nicht mehr zusammenschieben. Es ist √ľbrigens auch nicht tragisch, wenn der Nylonfaden mal seitlich unter dem Zickzackstich wegrutscht, solange das nur kleine Stellen sind, tut das der Sache keinen Abbruch. Zweiter Vorteil des Nylonfadens: Er ist rei√üfest und h√§lt auch gro√üe Mengen Stoff und starke Belastung aus. Und noch ein Vorteil, er ist ganz glatt und rutscht auf Stoff gut. So r√ľscht es sich quasi von alleine.

Wenn ihr einmal rum seid, k√∂nnt ihr den Nylonfaden anziehen und den Stoff auf die gew√ľnschte Weite zusammenkr√§useln. Das ist in diesem Fall die Weite des Bundes.



Wenn ihr die richtige Weite habt, verknotet die beiden Enden des Nylonfadens. Jetzt verteilt ihr die R√ľschen gleichm√§√üig rundherum. Markiert euch an der untenen Kante des Bundes vorne und hinten die Mitte. Zusammen mit den Seitenn√§hten sind das vier Punkte. Diese vier Punkte entsprechen am Rockteil den vier N√§hten (Es sind nur zwei N√§hte wenn ihr keine Seitenn√§hte im Ursprungsshirt hattet. Dann markiert euch zus√§tzlich die nicht aufgeschnittenen Seiten). Diese Punkte m√ľssen aufeinander treffen wenn ihr jetzt den Rockteil an den Bund steckt. Steckt sie zuerst aufeinander (welche wohin kommt ist eurem Geschmack und dem Muster des Shirts √ľberlassen) und dann die restlichen Strecken dazwischen. So wird der Rockteil sch√∂n gleichm√§√üig.

Fertig mit Stecken? Einmal hochhalten und pr√ľfen ob alles gleichm√§√üig, gerade und sch√∂n ist. Notfalls korrigieren. Dann mit Elastikstich oder Zickzack n√§hen. Erst danach wird der Nylonfaden entfernt.

Das sieht schon ganz wie ein Rock aus. Jetzt fehlen noch die Säume. Zuerst oben am Bund. Auftritt Wäschegummi!

Wäschegummi

Das sieht so aus und man erkennt dass ich 3 m davon habe. Soviel brauchen wir nicht. Schneidet ein St√ľck ab, das mit etwas Zug um eure H√ľfte reicht (bzw dort herum wo der Rock sp√§ter sitzen soll). Wie lang das St√ľck tats√§chlich sein muss h√§ngt auch vom Zug des Gummis ab. Macht es nicht zu locker, sonst rutscht der Rock.

Ich erkläre erstmal wie ich das Wäschegummi angenäht habe. Zu anderen Möglichkeiten kommen wir danach.

Jetzt ist die Zeit gekommen in der ihr die eng√ľltige H√∂he des Bundes festlegen m√ľsst. Schneidet also ggf etwas ab, aber so dass noch etwas Nahtzugabe √ľbrig bleibt. Auf die Nahtzugabe wird das W√§schegummi gen√§ht, und zwar auf die rechte Seite des Stoffes (also au√üen). Und mit der Spitzenkante nach unten zeigend (Richtung Rockteil) und der weicheren Seite sichtbar (wenn das Gummi eine weiche und eine glatte Seite hat). Klingt erstmal komisch, macht aber sp√§ter Sinn. Die Spitzenkante sollte dort liegen wo sp√§ter auch tats√§chlich die Oberkante des Rocks sein soll. Also falls ihr euch da eine Linie aufzeichnen wollt.

Das W√§schegummi wird gedehnt aufgen√§ht. Dazu m√ľsst ihr es erstmal gedehnt aufstecken. Das macht man zum Beispiel so: An einer Seitennaht ein Ende feststecken und das andere √ľberlappend dar√ľber. Darauf achten, dass das Gummi nicht in sich verdreht ist. An der gegen√ľberliegenden Seitennaht die Mitte des Gummis (ausmessen!) feststecken. Vorne und hinten mittig jeweils die entsprechende Mitte des losen Bandes feststecken und sich so weiterarbeiten bis das Band an gen√ľgend Punkten festgesteckt ist. Zum Ann√§hen habe ich einen Stich benutzt der wie ein Zickzack aussieht, nur dass jede Linie aus drei Stichen besteht. Der ist ideal f√ľr Gummiband. Wer sowas nicht hat nimmt einen normalen Zickzack etwas schmaler als das Band. Die Naht beginnt an der Seite wo die Enden des Gummis √ľberlappen. Beim N√§hen wird der Gummi immer schrittweise (bis zur n√§chsten Stecknadel) auf die L√§nge des Stoffes gezogen. N√§ht langsam und konzentriert, dann klappt das.

Spitzenkante

Jetzt haben wir ein Gummi au√üen auf dem Bund. Das ist noch nicht das was wir wollen. Die √ľberstehende Nahtzugabe neben dem Gummi k√∂nnt ihr schon mal abschneiden. Dann klappt ihr das Gummi nach innen um. Jetzt ist die Spitzenkante hinter dem Stoff sichtbar (siehe oben). Ah, das macht Sinn! Steckt diese Kante nochmal mit einigen Nadeln fest und n√§ht sie ebenfalls fest. Dabei muss der Stoff wieder gedehnt werden, aber da das Gummi ja schon fest ist, ist es einfacher. Selber Stich wie eben, einmal rundherum, fertig! Das war doch gar nicht so kompliziert, oder? Und sieht ordentlich und gut aus.

Wer kein Wäschegummi hat, kann diese Methode auch mit normalem Gummiband machen. Dann könnt ihr im ersten Schritt das Gummi auch auf die Innenseite des Stoffes nähen, so ist es später auf jeden Fall unsichtbar.

Andere M√∂glichkeit ist nat√ľrlich, die Nahtzugabe etwas l√§nger zu lassen, nach innen umzufalten und so anzun√§hen, dass ein Tunnel entsteht in den ein Gummiband eingezogen werden kann. Dann m√ľsst ihr nur folgendes beachten: Lasst die Tunnelnaht erstmal an einer kurzen Stelle offen (vielleicht 5 cm). So k√∂nnt ihr das Gummi einziehen. Probiert dann den Rock an und legt die L√§nge des Gummis fest. Passt auf, dass er sich im Tunnel nicht verdreht. Die Enden des Gummibandes werden aus der L√ľcke in der Naht rausgezogen und aufeinander gen√§ht. Dann kann die L√ľcke geschlossen werden.

So, der Bund ist jetzt fertig. Jetzt noch der untere Saum. Den k√ľrzt ihr, wenn gew√ľnscht, auf die richtige L√§nge, schlagt ihr doppelt nach innen um und n√§ht einmal mit einem Zickzack rundherum. Einfacher ist es mit der Overlock, die kettelt die Kante einfach so ab.

Kleine Zugabe: G√ľrtelschlaufen. Wer noch Lust hat, kann G√ľrtelschlaufen an den Bund n√§hen. Dazu schneidet ihr aus den √Ąrmeln oder der Schulterpartie des Shirts vier Streifen aus. In der gew√ľnschten Breite x 2 und der gew√ľnschten L√§nge plus 4 cm. Die langen Seiten faltet ihr nach hinten um, so dass der Streifen nur noch halb so breit ist und n√§ht einmal mittig mit einem breiten Zickzack dr√ľber. Wer will kann nat√ľrlich auch extra Zugaben geben und einen Tunnel n√§hen der dann gewendet wird. Das bleibt euch √ľberlassen. Die kurzen Seiten k√∂nnen jedenfalls offen bleiben.

Angen√§ht werden die G√ľrtelschlaufen jeweils etwa 10 cm von den Seitenn√§hten entfernt vorne und hinten (oder dort wo ihr sie f√ľr sinnvoll haltet). Zuerst wird die obere Kante angen√§ht, knapp unterhalb der Spitzenkante des W√§schegummis. Legt die G√ľrtelschlaufen mit der R√ľckseite sichtbar auf die Bundkante so dass sie gerade 2 cm auf den Bund raufreichen. Mit einem normalen Steppstich mehrmals hin und zur√ľck ann√§hen, direkt neben der W√§schegummispitze. Dann klappt ihr sie herunter, auf den Bund rauf. Die untere Kante n√§he ich so an, dass ich die Nahtzugabe (2 cm) umfalte und direkt an dem Knick mit einer Stecknadel befestige. Dann rolle ich den Bund etwas ein, so dass ich mit dem N√§hmaschinenfu√ü gut in die G√ľrtelschlaufe reinkomme (siehe Bild unten) und n√§he sie dort wo die Stecknadel sitzt ebenfalls an. Die Nahtzugaben k√∂nnen dann kurz abgeschnitten werden.

G√ľrtelschlaufen ann√§hen

Und das wars, fertig ist der Rock! :)

Variationen/Tipps:
Hier noch eine zweite Version mit Taschen. F√ľr die Tascheneingriffe habe ich das Halsb√ľndchen des Originalshirts verwendet :)



Weitere Fotos dazu:

Von little_OPHELIA:
"Mein Rock war mal ein altes "Hellsinki" Shirt, welches doch ausgedient hatte. Der Rock ist zwar etwas kurz, aber mit Strumphosen, "Pornobotten" (eben den Plateaustiefeln..) und Overknee-Str√ľmpfen mein neues Lieblingsst√ľck ;)"



Von bear06:
"Der erste Versuch und bin mega Stolz auf das Teil. So werden jetzt noch weitere Shirts verbessert.."



Von trisha:
"Meinen Rock habe ich aus einem alten Mera Luna Herren Shirt genäht. Es gefällt mir so viel besser ^^."



Von Bonnie:



Von Scream Queen:
"Ziemlich genau nach Anleitung gen√§ht aus einem sehr geschmacklosen Muskelshirt. Jetzt ist es fluffig ger√ľscht und wohlgeformt."



Von Bleichi:
"Ich hab noch eine dritte Stufe angenäht, da das T-Shirt nicht mehr hergab. Die zweite Stufe besteht nur aus drei Teilen, war mir sonst zu bauschig."



Von Ansichtssache:
"Aus einem System of a Down - Toxicity M√§nnershirt! Einmal in voller Montur und ums nochmal von hinten mit dem Toxic-City Schriftzug zu zeigen mit der Lappi-cam fotografiert. Habe noch mit passendem neon-gr√ľnen Garn Ziern√§hte gemacht. Die Schriftz√ľge leuchten im Dunkeln! (und der gr√ľne Frosch-Knopf ist auch gaaanz wichtig ;p)"



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