Ready Made



Hier gibt es Anleitungen für Klamotten an denen man nichts wirklich nähen muß. Wir haben fertig gekaufte Kleidungsstücke umgearbeitet und teilweise was ganz anderes draus gemacht. Dafür muß man keine großen Kenntnisse in Sachen Schnitttechnik haben und braucht manchmal noch nicht einmal eine Nähmaschine. Was dabei rauskommt ist trotzdem tragbar, manchmal ein wenig Punk, aber immer individuell und vor allem selber gemacht.
Alles in allem sind die Ready Mades schnell und einfach herzustellen und eigenen sich daher hervorragend für alle die erst anfangen ihre eigenen Klamotten zu schneidern oder einfach nicht so einen Aufwand treiben wollen.


Ihr könnt die Anleitungen nach Ausgangsmaterial und/oder Endprodukt filtern und anzeigen lassen:
Aus
Ausgangsmaterial
sollEndprodukt
werden




Hemd wird Tunika

Von Natron



So sieht das Endprodukt aus:



Tunika AnleitungMan braucht: Ein großes Herrenhemd. Die Länge sollte etwa der gewünschten Tunika-Länge (oder mehr) entsprechen. Lange Ärmel sind nur für die Rüschenkanten nötig, wenn man darauf verzichtet tuts auch ein kurzärmliges Hemd.

Tunika AnleitungZuerst trennt man die Ă„rmel raus und die Taschen ab. Die Ă„rmel kann man bei sehr groĂźen Hemden auch abschneiden, aber mit Trennen ist man auf der sicheren Seite. Taschen und Ă„rmel nicht kaputt machen und nicht wegschmeiĂźen, die brauchen wir noch.

Tunika AnleitungDann das Hemd anziehen und eine Markierung in Unterbrusthöhe machen. Das sind (bei mir) etwa 35 cm von der Schulter gemessen. Messt hinten und vorne und schneidet das Hemd in der Höhe durch. Im oberen Teil trennt ihr zusätzlich noch die Seitennähte auf.

Tunika AnleitungAm unteren Teil kommt jetzt die Knopfleiste an die Reihe. Die Knöpfe schneidet man ab und legt dann den Teil an dem sie dran waren (der normalerweise unten liegt) über den Teil mit den Knopflöchern. Mit einer oder zwei Nähten entlang der Kanten der Knopfleiste festnähen. Damit ist die Knopfleiste zugenäht und fällt (hoffentlich) nicht weiter auf.

Tunika AnleitungDas obere Teil zieht ihr jetzt mal (auf links gedreht) über oder steckt es auf die Puppe. Achtet darauf, dass die Knopfleiste geschlossen ist (mit Stecknadeln fixieren) und dass vorne und hinten die Mitte mittig ist. Lasst euch ggf helfen und steckt die Seitennähte neu, so dass das Teil die richtige Weite bekommt und die eventuell zu großen Armlöcher eine annehmbare Größe bekommen. Jetzt ist vermutlich unterhalb der Brust noch zu viel Stoff. Steckt dort (wo die Taschen waren) je einen senkrechten Abnäher. Der muss nicht besonders hübsch werden, da kommen später wieder Taschen drauf. Wenn alles passt näht ihr die Seiten und die Abnäher zu. (Meine Abnäher sind auf dem Foto noch nicht fertig).

Tunika AnleitungAm unteren Teil wird die zusätzliche Weite jetzt in Falten gelegt, das macht sich gut wenn man dabei schon unteres und oberes Teil zusammensteckt. Also zuerst die Seitennähte aufeinanderstecken und die vordere und hintere Mitte. Dann die Mehrweite des unteren Teils in gleichmäßige Falten legen. Wer will kann natürlich statt Falten auch Kräuseln. Bei mir haben je eine tiefe Falte links und rechts von der hinteren Mitte und vorne je zwei pro Seite gut funktioniert, aber das ist ganz eurem Geschmack überlassen.

Tunika AnleitungAnprobieren, ggf Falten korrigieren (manche machen mehr optisch schwanger als andere) und wenn alles passt die beiden Teile zusammen nähen. Die Nahtzugabe kurz schneiden und versäubern. Wer will kann sie (nach oben oder unten) umklappen und nochmal von außen absteppen.

Tunika AnleitungDie Taschen von den Nahtresten befreien (die kleinen Fadenreste verfangen sich gerne in der Nähmaschine und machen Ärger) und neu platzieren. Bei mir sind sie etwas tiefer als ursprünglich und die untere Kante sitzt ein Mü unterhalb der waagerechten Naht. Wenn beide gleich ausgerichtet sind und die Platzierung in einer Anprobe überprüft wurde, festnähen.

Tunika AnleitungDie Armausschnitte ggf zurechtschneiden und kürzen. Es gibt ja keine Ärmel im eigentlichen Sinne und die "Miniärmel" werden von der Schulterweite gebildet. Bei mir sind es zum Vergleich etwa 60 cm von einem Ärmelsaum zum anderen über die Schulter gemessen. Wenn es Not tut kann man jetzt auch noch kleine schräge Abnäher machen die im unteren Bereich des Armausschnitts enden.
Für die Ärmelsäume schneidet ihr aus den abgetrennten Ärmel Besatzstreifen zurecht. Das sind einfach Stoffstreifen in der Länge des Ärmelsaums (plus 2 cm Zugabe) und etwa 3 bis 4 cm Breite. Die Ärmelsäume sind bei dieser Methode ziemlich gerade, deswegen müssen die Streifen nicht schräg zugeschnitten werden. Wer aus seinen Ärmeln keine Streifen rauskriegt kann Schrägband oder einen anderen Stoff verwenden.

Die Streifen werden zuerst entlang einer langen Kante versäubert (zB einmal umfalten und mit Zickzackstich drübernähen) und dann mit der anderen Kante rechts auf rechts auf den Ärmelsaum genäht. Nahtzugabe kurz schneiden und versäubern. Dann faltet ihr den Streifen nach innen um und näht die kurzen Kanten eingeschlagen von Hand fest. Entlang der Saumkante wird der Besatz noch von außen abgesteppt und an der Schulter und ggf weiteren Punkten von Hand angenäht damit er nicht raushängen kann.

Wer solche Minirüschen haben möchte wie ich sie an meine Ärmelsäume gemacht habe braucht zusatzlich noch zwei Streifen wie beschreiben aber mit der doppelten Länge. Die faltet ihr einmal der Länge nach (rechte Seite außen ) und legt sie in ganz kleine Falten. Die fertige Länge dieser Faltenstreifen sollte die Länge der Armausschnitte sein. Näht die Falten entlang der offenen Kante provisorisch fest und näht den Streifen auf den Ärmelsaum (offenen Kante Richtung Saum) bevor ihr den Besatz feststeckt. Dann wie beschrieben fortfahren. Diese Rüschchen kann man auch gut aus einem anderen Stoff oder Band machen wenn man nicht genug Ärmel dafür übrig hat.

Und weil der Saum ja schon vom Hemd erledigt wurde ist die Tunika jetzt fertig! Aus den Stoffresten könnt ihr... Haarschleifen basteln ;)



Weitere Fotos dazu:

Von Rörg:



Von Varda:
"eine Spende meines Opas sinnvoll geändert. Ich habe jeweils 2 große Falten hinten und Vorne eingenäht und einen Druckknopf angebracht am Kragen"



Von Schlafschaf:
"Das Hemd ist ein aussortiertes Exemplar meines Freundes. Im Wesentlichen habe ich mich an die Anleitung gehalten- nur als es darum ging, Ober- und Unterteil zusammenzunähen, habe ich mich dafür entschieden, den Stoff vor dem Annähen mittels eines Gummibandes zu raffen, um ihn einigermaßen auf die gleiche Länge zu bringen, die auch die Unterkante des Oberteils hat. Auch die "Ex- Knopfleiste" habe ich nicht verdeckt. Fazit: Ich hatte viel Spaß beim Nähen- tolle Anleitung!"



Von Nuru87:
"Mein erster Versuch"



Von pfhannajo:
"Das Hemd war eine liebe Spende von meinem Papa ;)"



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