Autumn-Faerie-Mittelalterkleid



langes Kleid

Autor: Sputnikkid
Schwierigkeit: 2 von 4
28 Fotos dazu

Rot-schwarzes Kleid aus gefÀrbten Nessel mit rundem Ausschnitt und TrompetenÀrmeln.
Das Kleid hat keinen Verschluss, sondern wird mit je einer SchnĂŒrung hinten und vorne auf Figur gebracht.



Material:

Preis:

 

Anleitung:

Fangen wir mal mit dem Schnittmuster an: Es ist relativ einfach, im Prinzip ist das Kleid von den Schultern bis knapp unter der Taille gerade geschnitten und dann zum Rockteil hin ausgestellt. Dabei orientiert sich die Weite des Oberteils an der weitesten Stelle des Oberkörpers, also dem Brustumfang.

Also nehmt ihr euren Brustumfang, addiert noch ca. 4 cm Bequemlichkeitszugabe dazu und teilt diesen Wert durch zwei. Dann wisst ihr, wie breit das Kleid werden soll. Die Breite wird auf das Mittelteil und die Seitenteile verteilt. Die restlichen Maße sind nicht so kompliziert.

Mittelteil Seitenteil

In den Bildern sind das Seitenteil (linkes Bild) und das Mittelteil rechtes Bild) dargestellt.
Ihr braucht folgende Maße:

a - die LĂ€nge von der Schulter bis unter die Taille bzw. ungefĂ€hr zum HĂŒftknochen
b - die LĂ€nge des Kleides
c - die Breite des Mittelteils am Oberkörper (26 cm)
d - die Breite des Mittelteils am Saum (60 cm)
e - die Breite des Seitenteils am Oberkörper (12 cm)
f - die Breite des Seitenteils am Saum (45 cm)
(Die Zahlen in den Klammern sind die Maße, die ich benutzt habe. Sie sind als Orientierung gedacht und fĂŒr einen Brustumfang von ca. 95 cm.) Die angegebenen Maße sind ohne Nahtzugabe!

Die Form der Ärmel seht ihr im nĂ€chsten Bild, dort stehen auch gleich die Maße mit dran.

Bevor ihr mit dem Zuschneiden loslegt, denkt bitte daran, den Stoff vorzuwaschen, weil Naturfasern ziemlich stark einlaufen. WĂ€re doch schade, wenn das fertige Kleid am Ende nicht passt.

Das Mittelteil wird zweimal zugeschnitten, je einmal fĂŒr hinten und fĂŒr vorne (roter Stoff). Das Seitenteil wird viermal zugeschnitten, je zweimal fĂŒr hinten und fĂŒr vorne (schwarzer Stoff). Und dann braucht ihr noch zwei Ärmel, ist klar (roter Stoff). Gebt genug Nahtzugabe, damit ihr spĂ€ter evtl. noch etwas an der Passform perfektionieren könnt.
Außerdem braucht ihr noch einen Streifen Stoff, der ca. 3 cm breit und 120 cm lang ist (der ist fĂŒr die Schlaufen von der SchnĂŒrung; schwarzer Stoff) und ein je ein StĂŒck Stoff ca. 30x40 cm und 20x40 cm groß (die sind fĂŒr die Belege am Ausschnitt; roter Stoff).

 

Aermel

Bevor es jetzt ans zusammennĂ€hen geht, wollt ich noch was zur Stoffverarbeitung sagen: Ich hab Baumwollnessel genommen - der ist normalerweise ein gebrochenes Weiß - und hab ihn gefĂ€rbt. Das war etwas Arbeit, aber dafĂŒr ist der Stoff ziemlich billig.
Zuerst musste der Stoff vorgewaschen werden, weil er, wie gesagt, einlĂ€uft. Bei mir ist er ca. 12% eingelaufen. Nachdem er aus der Maschine kam, war er dann auch etwas zerknittert, also musste er nach dem Trocknen gebĂŒgelt werden (zum GlĂŒck gibt's DampfbĂŒgeleisen). Dann hab ich die Stoffteile zugeschnitten. Und weil die ja noch mal zum FĂ€rben in die Maschine mĂŒssen und der Stoff ziemlich ausfranst, hab ich alle Kanten mit einem Zickzack-Stich versĂ€ubert.
Dann wurde gefĂ€rbt. DafĂŒr hab ich die Textil-Echt-Farbe von Simplicol verwendet, und zwar die Farben "Dunkelrot" und "Schwarz" (ach was). Ich hab je eine Packung gebraucht (von dem Rot ist sogar noch was ĂŒbrig) und bin einfach nach Anleitung vorgegangen, war wirklich einfach. Ihr mĂŒsst nur aufpassen, dass ihr alle Teile bei dem richtigen FĂ€rbegang mit reinwerft. Schwarz gefĂ€rbt werden: alle vier Seitenteile und der Stoffstreifen fĂŒr die SchnĂŒrung. Rot gefĂ€rbt werden: die beiden Mittelteile, die beiden Ärmel und die beiden StoffstĂŒcke fĂŒr die Ausschnittbelege.

Nachdem die gefĂ€rbten Teile trocken waren, wurden sie noch mal gebĂŒgelt und dann konnte es ans ZusammennĂ€hen gehen. Da ich ja schon alle Kanten mit Zickzack umnĂ€ht hatte, hab ich meistens darauf verzichtet die NĂ€hte noch zu versĂ€ubern. Falls ihr von vornherein zwei verschiedenfarbige Stoffe verwendet, spart ihr euch zwar den Aufwand des FĂ€rbens, mĂŒsst dann aber die NĂ€hte immer noch versĂ€ubern.

Und los geht's: Nehmt den jetzt schwarzen Stoffstreifen und faltet ihn lĂ€ngs in der Mitte. Dann wird da mal kurz drĂŒbergebĂŒgelt. Klappt den Streifen wieder auseinander, faltet die Seiten zur Mitte hin und klappt die beiden Seiten aufeinander. Hat das jetzt jemand verstanden? Im Prinzip wie SchrĂ€gband gefaltet wird. Dann nĂ€ht ihr da einmal der LĂ€nge nach drĂŒber.
Von dem Streifen werden dann ca. 7 cm lange StĂŒcke abgeschnitten. Das werden die Schlaufen fĂŒr die SchnĂŒrung. Ihr braucht insgesamt 16 StĂŒck.

ZunĂ€chst werden je zwei Seitenteile an ein Mittelteil genĂ€ht, dabei werden die Schlaufen fĂŒr die spĂ€tere SchnĂŒrung beim ZusammennĂ€hen der Teile gleich mitgefasst. Also steckt ihr die Kanten der Seitenteile erst mal an die Mittelteile. Bevor ihr die Kanten zusammennĂ€ht, nehmt ihr ein StĂŒck von dem schwarzen Stoffstreifen, faltet es in der Mitte und schiebt die beiden Enden von der rechten Stoffseite aus zwischen die beiden Stofflagen, so dass die Enden beim zusammennĂ€hen des Stoffes mitgefasst werden. Achtet dabei darauf, dass die Schlaufen auf beiden Seiten des Mittelteils auf derselben Höhe sind, sonst wird die SchnĂŒrung nachher schief. Das macht ihr auf jeder Seite der Mittelteile insgesamt viermal. Die oberste Schlaufe der SchnĂŒrung ist vorne ca. 34 cm von der Schulternaht entfernt und hinten ca. 24 cm. Die Schlaufen haben einen Abstand von ca. 7 cm zueinander.

Wenn ihr andere Maße fĂŒr das Kleid verwendet habt und erst mal testen wollt, wo die SchnĂŒrung am besten hinkommt, wĂŒrde ich beim ZusammennĂ€hen der Seiten- und Mittelteile folgendes Vorgehen vorschlagen (ansonsten könnt ihr auch gleich im nĂ€chsten Absatz weiterlesen): nĂ€ht zunĂ€chst von oben ca. 10 bis 20 cm der Naht normal zusammen, setzt dann ab und heftet die nĂ€chsten 60 bis 70 cm zunĂ€chst nur zusammen. Das kann man auch mit der NĂ€hmaschine machen, dazu einfach eine grĂ¶ĂŸere Stichweite einstellen und die Oberfadenspannung etwas lockern, dadurch wird die Naht haltbar genug, um das Kleid anzuprobieren, lĂ€sst sich aber trotzdem wieder relativ einfach auftrennen. Danach könnt ihr den unteren Teil des Rockteiles wieder normal zusammennĂ€hen. Um nun zu testen, wo die SchnĂŒrung hin muss, nĂ€ht ihr das Kleid erst mal weiter wie unten beschrieben (also Schulter- und SeitennĂ€hte und evtl. auch schon den Ausschnitt) und zieht es an. Dann nehmt ihr ein paar Sicherheitsnadeln und steckt sie an die NĂ€hte zwischen Seiten- und Mittelteile und zieht das Band fĂŒr die SchnĂŒrung durch. Jetzt könnt ihr die Sicherheitsnadeln evtl. noch nach unten oder oben versetzen bis euch das Ergebnis gefĂ€llt. Dann das Kleid wieder ausziehen, die Stellen, wo die Schlaufen hin sollen markieren und die gehefteten Nahtteile wieder auftrennen. Dann die Stellen wieder zusammenstecken und die Schlaufen so dazwischen stecken, wie oben beschrieben, und die NĂ€hte endgĂŒltig wieder zusammennĂ€hen.

Wenn ihr das soweit geschafft habt, die Seiten- und Mittelteile mit den Schlaufen zusammen zu nĂ€hen, dann habt ihr ein Vorder- und ein RĂŒckteil. Die legt ihr wieder rechts auf rechts aufeinander und nĂ€ht die Seiten und die SchulternĂ€hte zusammen.

Als nĂ€chstes kommt der Ausschnitt dran. Zieht also das Kleid mal ĂŒber und guckt wie groß der Ausschnitt werden soll und markiert das ganze noch auf dem Stoff. Ich hab den Ausschnitt vorne 23 cm breit und 15 cm tief gemacht, hinten ist er genauso breit und 4 cm tief.
Bevor ihr jetzt losschnibbelt, erst mal weiterlesen, denn der Ausschnitt wird verstĂŒrzt. DafĂŒr braucht man einen Beleg. Ein Beleg ist ein Schnittteil, dass die gleiche Form hat wie die Kante, die verstĂŒrzt werden soll. Da hier der Ausschnitt verstĂŒrzt werden soll, braucht ihr ein Teil, das die Form des Ausschnittes hat und ca. sechs bis acht cm breit ist.
Der Beleg fĂŒr den vorderen Ausschnitt wĂŒrde dann in etwa so aussehen: (siehe Bild)

Beleg

FĂŒr den Ausschnitt hinten braucht ihr ein entsprechendes Teil, das die Form des hinteren Ausschnittes hat. Und vergesst die Nahtzugaben an dem inneren Kreisbogen und an den geraden Kanten nicht. Ebenso mĂŒsst ihr natĂŒrlich noch eine Nahtzugabe am Ausschnitt des Kleides stehen lassen (deswegen solltet ihr noch nicht losschneiden).

Wenn ihr die beiden Belegteile zugeschnitten habt, nĂ€ht ihr sie an den geraden Kanten zusammen und versĂ€ubert den Ă€ußeren Rand. Dann legt ihr den Beleg rechts auf rechts auf den Ausschnitt und steppt ihn fest. Dann schneidet ihr VORSICHTIG die Nahtzugabe bis kurz vor der Naht ein.
Als nĂ€chstes wendet ihr das Ganze, so dass der Beleg jetzt innen liegt, und bĂŒgelt am besten mal drĂŒber. Danach steppt ihr ganz nah an der Kante noch einmal um den Ausschnitt herum und seid auch damit fertig. Wenn ihr wollt könnt ihr den Beleg auch noch mit ein paar Stichen von hand an die Nahtzugabe der SchulternĂ€hte festnĂ€hen.

Jetzt wird es noch mal kompliziert: es geht an die Ärmel. Ihr steckt also ÄrmelnĂ€hte jeweils rechts auf rechts aufeinander und nĂ€ht die Ärmel zusammen, dabei könnt ihr noch ein bisschen an ihrer Form rumbasteln. Dann setzt ihr sie in die Ärmelausschnitte ein. Wie ihr das genau macht, kann ich euch nicht wirklich erklĂ€ren. Ich hab dafĂŒr die Form der Armausschnitte und der Armkugel am Ärmel bei einem gekauften Schnittmuster abgeguckt. Wenn ihr das auch machen wollt, achtet darauf, dass das Schnittmuster auch fĂŒr unelastische Stoffe geeignet ist. Ansonsten könnt ihr euch auch beim SchmĂŒse-Kleid oder Twilight-Kleid orientieren oder ihr habt vielleicht auch eure eigene Methode, das zu machen.

Jetzt nehmt ihr zwei BĂ€nder mit einer LĂ€nge von ca. 3 m und fummelt sie in die Schlaufen an den Mittelteilen und zieht das Kleid noch mal ĂŒber und zieht die beiden SchnĂŒrungen etwas zusammen und freut euch, dass das Kleid fast fertig ist, es mĂŒssen nĂ€mlich nur noch die Ärmel und das Rockteil gesĂ€umt werden.

DafĂŒr könnte man jetzt Hilfe gebrauchen, es geht aber auch alleine. Also guckt mal, wie lang die Ärmel sein mĂŒssen, klappt den Saum so weit nach innen um und steckt ihn erst mal fest. Das Kleid wieder anziehen und schauen, ob die LĂ€nge der Ärmel OK ist. Wenn ja, festnĂ€hen, wenn nicht, weiterprobieren. Auf die gleiche Weise funktioniert das auch mit dem Rocksaum. Also bei der richtigen LĂ€nge nach innen umschlagen und feststecken und noch mal anprobieren und wenn es passt, festnĂ€hen.

 

Variationen:

 

und noch was auf die Ohren....

.... diesmal keine Musik, sondern ein Hörspiel: "Der Herr der Ringe" produziert vom SWF und WDR, 11 CDs, 12 Stunden LÀnge und es ist wirklich gut.....







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