Viktorianischer ├ťberrock



├ťberrock

Autor: Anjulibei
Schwierigkeit: 3 von 4
8 Fotos dazu

Achtung: Diese Anleitung ist NICHT authentisch und sie hat auch nicht den Anspruch, es zu sein! Ich habe lediglich Bilder von Kleidern der Epoche angeguckt und mich mit dem daraufhin erstellten Schnitt darum bem├╝ht, eine ├Ąhnliche Wirkung hervorzurufen. Diese Anleitung kann ohne Weiteres noch verbessert werden.

Zutaten: Zeitaufwand:
Ich habe, mit Unterbrechungen, etwa eine Woche f├╝r das Erstellen des Schnittes und das N├Ąhen gebraucht.

Vorbereitungen:
Als erstes alle Stoffe gr├╝ndlich durchwaschen und sie anschlie├čend b├╝geln.

Ma├čnehmen:
Ein richtiges Schnittmuster ben├Âtigst Du nur f├╝r die Sch├╝rze. Dazu nimmst Du an deiner Taille Ma├č. Bei mir waren das, als Beispiel, 80 cm 'Taillenumfang'. Das beschriebene Vorgehen ist problemlos auf deine Ma├če ├╝bertragbar.
Jetzt entscheidest Du, wie breit deine Sch├╝rze unter dem ├ťberrock werden soll. Das sp├Ąter geraffte Teil sollte dabei etwa von deinem linken bis zu deinem rechten H├╝ftknochen reichen. Dieses Ma├č notierst Du dir als 'Sch├╝rzenfront'. Wieder als Beispiel: bei mir waren das etwa 40 cm.
Das Ma├č der Sch├╝rzenfront ziehst Du vom Taillenumfang ab und erh├Ąltst das Ma├č f├╝r die 'Sch├╝rzenseiten'. Bei mir: 80 cm - 40 cm ergeben 40 cm, geteilt durch zwei (denn die Seitenteile brauchst Du ja an beiden Seiten einmal) ergibt je Seitenteil 20 cm.
F├╝r den sp├Ąteren ├ťberrock ben├Âtigst Du noch dessen gew├╝nschte L├Ąnge, also irgendwas von Taille bis Fu├čkn├Âchel bzw. Boden.

Schnitterstellung - Sch├╝rzenraffung:
Zeichne eine Senkrechte, die sp├Ąter auch den Fadenlauf der Sch├╝rze darstellt! Die L├Ąnge der Senkrechten entspricht der gew├╝nschten L├Ąnge der Sch├╝rze (also das Ma├č ab Taille, welches bei Dir etwa auf Knieh├Âhe endet) inklusive zus├Ątzliche 10 cm f├╝r jede eingearbeitete Querfalte. Bei mir: 50 cm + 10 cm (1. Falte) + 10 cm (2. Falte) + 10 cm (3. Falte) ergeben 80 cm.
Am oberen Ende der Senkrechten zeichnest Du das Ma├č 'Sch├╝rzenfront' so ein, dass die Senkrechte die Mitte bildet und die Enden der einzuzeichnenden Linie jeweils den gleichen Abstand zu dieser haben.
Dann habe ich die H├Âhen der Querfalten festzulegen versucht, wobei sich das sp├Ąter noch etwas verschoben hat - was aber kein Problem darstellte. Dazu habe ich 3 Waagerechte ├╝bereinander auf die Senkrechte gezeichnet, jeweils mit etwa gleichem Abstand zueinander, der etwa bei 20 cm liegen, keinesfalls aber 12 cm unterschreiten sollte. Sonst lassen sich die Querfalten nur noch schlecht legen. Die oberste Linie hat etwa 18 cm Abstand zur Taillenmarkierung, die unterste Linie hat etwa eine Handbreit Abstand zum Saum (soviel, wie halt ├╝ber bleibt). Zur Verdeutlichung mal lieber ein Foto an dieser Stelle:



Die oberste Linie f├╝r die erste Querfalte steht, im Vergleich zum Taillenma├č, beidseitig jeweils 7 cm ├╝ber, die zweite Linie (f├╝r die zweite Querfalte) steht beidseitig je 11 cm ├╝ber und die dritte Linie (f├╝r die dritte Querfalte) steht beidseitig je 15 cm ├╝ber.
Verbinde nun die Endpunkte der Querfaltenlinien an einer Sch├╝rzenseite miteinander, also Taille - 1. Linie/Falte - 2. Linie/Falte - 3. Linie/Falte, und verl├Ąngere ein gutes St├╝ck ├╝ber den letzten Verbindungspunkt hinaus (etwa 20 cm d├╝rften gen├╝gen).
Wiederhole dieses Prozedere auf der anderen Sch├╝rzenseite.
Male nun frei Hand und mit k├╝nstlerischem Geschick eine h├╝bsch geschwungene Saumkante von einer Sch├╝rzenseite, ├╝ber den unteren Abschlusspunkt der Senkrechten, zur anderen Sch├╝rzenseite hin├╝ber. Male ebenfalls einen ganz leicht geschwungenen Bogen an die Stelle der Taille (obere Abschlusskante des Schnittmusters) ein, damit der Bund sp├Ąter den Stoff gerade hochziehen kann, anstelle von ungewollten Falten am Bauch.

Damit hast Du das Raffteil der Sch├╝rze fertig entworfen. Wundere Dich nicht ├╝ber die an den Seiten kantige Form, denn die wird beim N├Ąhen sp├Ąter noch etwas korrigiert. Sie r├╝hrt daher, dass ich kein professionell erstelltes Schnittmuster vorstellen kann. Daf├╝r l├Ąsst es sich leicht selber basteln und anpassen. ;) Das wichtigste und als einziges feststehende Ma├č in dieser Anleitung ist der Taillenumfang. Bei allen anderen Ma├čen geht es ganz stark nach deinen Vorlieben und dort kannst Du auch rumprobieren und hin und her schieben.

Dieses Schnittteil ben├Âtigst Du zwei Mal - einmal aus dem Ober- und einmal aus dem Futterstoff.

Schnitterstellung - Sch├╝rzenseiten:
Das Grundma├č 'Sch├╝rzenseiten' hast Du bereits zuvor errechnet (verbliebenes Restma├č f├╝r den Taillenumfang geteilt durch zwei). Bei mir waren das die 20 cm Oberkante je Sch├╝rzenseite. Nimm nun das Ma├č der gew├╝nschten Sch├╝rzenl├Ąnge (ohne die Faltenzugaben) und zeichne es als Senkrechte - diese Linie stellt zugleich den sp├Ąteren Fadenlauf dar. An deren oberen Ende zeichne das Ma├č einer 'Sch├╝rzenseite' (siehe oben) im rechten Winkel an. Nun zeichne, am Ende dieser Waagerechten, parallel zur ersten Senkrechten eine zweite ein - deren L├Ąnge darf die Bundweite nicht ├╝berschreiten, sollte sie aber ann├Ąhernd ausf├╝llen. Bei einer vorgeschlagenen B├╝ndchenvliesline mit 7 cm Breite, die ja noch gefaltet wird, w├Ąren das etwa 3 cm, die hier ben├Âtigt werden. Zeichne nun frei Hand von dieser Stelle aus eine (leicht nach unten f├╝hrende) Waagerechte zur├╝ck zur Senkrechten hin ein. Nach etwa 3 cm Strecke zeichne diese Linie in starkem Bogen nach unten. Etwa eine Handbreit vor dem Ende der Linie am Abschlusspunkt der langen Senkrechten, einen sanft auslaufenden Bogen zu ihr hin einarbeiten. Da wirst Du vermutlich ein paar Mal radieren und neu probieren m├╝ssen, damit es h├╝bsch wird, aber letztlich ist das schon hinzubekommen. Zur Verdeutlichung wieder ein Foto:



Dieses Schnittteil ben├Âtigst Du insgesamt 6 bis 8 Mal (kommt darauf an, ob Du sowohl Ober- als auch Futterstoff verst├Ąrken m├Âchtest). Achtung! Du ben├Âtigst einige davon seitenverkehrt - siehe auch unter dem Punkt "Zuschneiden"!

Schnitterstellung - Bund:
Der Bund ist einfach nur ein lang gezogenes Rechteck. Die L├Ąnge des Bundes setzt sich aus 'Taillenumfang' + 5 cm Nahtzugabe (je Seite 2,5 cm) + 8 cm ├ťberlappung (zum sp├Ąteren Kn├Âpfen) zusammen. Die H├Âhe des Bundes muss mal zwei berechnet werden (wird ja beim N├Ąhen umgeschlagen), womit das 8 cm + 5 cm Nahtzugaben (je Seite 2,5 cm) sind.
Dieses Schnittteil ben├Âtigst Du lediglich einmal aus dem Oberstoff.

Zuschneiden - ├ťberrock:
Nimm das Ma├č 'gew├╝nschte ├ťberrockl├Ąnge' und addiere 10 cm f├╝r obere Nahtzugabe und unteren Saum. Den Oberstoff einfach in dieser L├Ąnge zweimal von der Bahn abschneiden.

Zuschneiden - Sch├╝rzenraffung:
Das Schnittmuster auf den Oberstoff auflegen und einmal zuschneiden.
Das Schnittmuster auf den Futterstoff auflegen und einmal zuschneiden. Theoretisch m├╝sste man es seitenverkehrt zuschneiden aber da das Schnittmuster von der Mittellinie gespiegelt ist, d├╝rfte das egal sein.



Zuschneiden - Sch├╝rzenseiten:
Das Schnittmuster auf den Oberstoff auflegen und einmal zuschneiden.
Das Schnittmuster seitenverkehrt auf den Oberstoff auflegen und einmal zuschneiden.
Das Schnittmuster auf den Futterstoff auflegen und einmal zuschneiden.
Das Schnittmuster seitenverkehrt auf den Futterstoff auflegen und einmal zuschneiden.
Das Schnittmuster auf die Vlieseline auflegen und einmal (wahlweise zweimal) zuschneiden.
Das Schnittmuster seitenverkehrt auf die Vlieseline auflegen und einmal (wahlweise zweimal) zuschneiden.

Zuschneiden - Bund:
Das Schnittmuster auf den Oberstoff auflegen und einmal zuschneiden. Dabei liegt die kurze Bundkante (Bundh├Âhe) parallel zum Fadenlauf.

Zuschneiden - B├Ąnder:
Schneide sechs Streifen mit etwa je 6 cm Breite und 35 cm L├Ąnge zurecht.



Zuschneiden - Knopfbez├╝ge:
Lege einen der Kn├Âpfe auf den gew├╝nschten Stoff und schlage ihn darin ein. Sch├Ątze, wie viel Stoff dazu von N├Âten ist und schneide 16 gro├čz├╝gig bemessene Quadrate vor.
Am besten suchst Du dir f├╝r den n├Ąchsten Schritt eine Form in passender Gr├Â├če, mit der Du dann im Abstand von etwa 1 bis 1,5 cm rund um den Knopf jeweils einen Kreis auf 8 der Stoffquadrate anzeichnen kannst. Schneide diese 8 Kreise aus (Knopfbez├╝ge).
Die restlichen 8 Stoffquadrate werden als eine Art Deckel von der gegen├╝berliegenden Knopfseite gegen die Bez├╝ge gen├Ąht und m├╝ssen deswegen nur etwa 0,5 cm ├ťberstand rund um den Knopf haben, damit man diesen ├ťberstand beim N├Ąhen unterschlagen kann und nichts ausfusselt. Schneide diese Deckel entsprechend kreisf├Ârmig aus.



N├Ąhen - B├Ąnder:
Klappe einen der Streifen der gesamten L├Ąnge nach von beiden Seiten ein. Falte ihn zus├Ątzlich noch einmal, so dass die Schnittkanten nun innen liegen. N├Ąhe die offene Seite entlang, so dass das B├Ąndchen geschlossen ist. Wiederhole dies mit den ├╝brigen B├Ąndern. Lege die fertigen B├Ąnder erstmal beiseite.

N├Ąhen - Sch├╝rzenraffung:
Die zugeschnittenen Teile der Sch├╝rzenraffung, einmal das aus dem Oberstoff und einmal das aus dem Futter, rechts auf rechts aufeinander legen. Bis auf einen etwa handbreiten Schlitz an der oberen Bundkante rundum zusammenn├Ąhen.
Die Nahtzugabe der spitzen Ecken, wenn f├╝r das Wenden n├Âtig, leicht kappen.
Die Sch├╝rze wenden.
Den offenen Schlitz ineinander einschlagen und mit weitem Stich schlie├čen.
Die gew├╝nschten Querfalten zurechtlegen, dabei die Falten so ausrichten, dass sie eine Art Tasche bilden, nach oben hin offen. Die Falten k├Ânnen glatt gelegt sein, da sie beim sp├Ąteren Tragen von selbst absacken und so den gew├╝nschten Bogen bilden, indem sie sich sozusagen ├Âffnen.
Wenn Du mit den arrangierten Abst├Ąnden zufrieden bist und beim Nachmessen der Seitenl├Ąngen auf das von Dir gew├╝nschte Ma├č kommst, dann die Falten gut mit Stecknadeln auf den Seitenkanten fixieren. Die Seitenkanten entlang einer gedachten Geraden, die sich von oberer bis unterer Ecke der Sch├╝rzenseite erstreckt, festn├Ąhen.
Neben dieser Naht, zum Rand des Stoffes hin, den ├╝berstehenden und unregelm├Ą├čig aussehenden Teil abschneiden. Die Schnittkante mit Zickzackstich vers├Ąubern.
Diese Schritte auf der anderen Sch├╝rzenseite wiederholen.



Als n├Ąchstes steckst Du die R├╝sche am Saum der Sch├╝rzenraffung fest. Dabei von einer Seite zur anderen hin arbeiten und an den beiden Au├čenkanten jeweils noch etwa 3 cm der R├╝sche um die Kurven legen.
Die R├╝sche festn├Ąhen.



├ťber die Nahtkante der R├╝sche das Satinband drapieren und mit Stecknadeln befestigen. Dabei ebenfalls noch ein St├╝ck der Endkurven mitfassen. Das Satinband festn├Ąhen.



N├Ąhen - Sch├╝rzenseiten:
Die jeweils passenden Teile der zugeschnittenen B├╝gelvlieseline auf die linke Seite Oberstoffteile (und wenn gew├╝nscht zus├Ątzlich auf die linke Seite der Futterteile) aufb├╝geln.
Dann die jeweils zueinander geh├Ârenden Ober- und Futterstoffteile mit den linken Seiten (den Vlieseline-Seiten) aufeinander legen und an der geschwungenen Seite entlang mit Stecknadeln aneinander pinnen.
Jetzt ein Seitenteil mit der offenen langen Seite ├╝ber die Sch├╝rze schieben, wie einen Schuber. Diese L├Ąngskante des Oberstoffes unterschlagen und mit Stecknadeln fixieren.
Ebenso auf der R├╝ckseite den Futterstoff unterschlagen. Um ihn zu fixieren m├Âglichst die bereits steckenden Nadeln mitnutzen. Diese also vorsichtig einzeln wieder rausziehen, dabei den Oberstoff mit der anderen Hand in Position halten, und wieder hineinstecken um dabei die andere Seite mitzufassen. Das klingt kompliziert und man muss auch aufpassen, dass der Stoff auf beiden Seiten gleichweit eingefasst wird, funktioniert aber wirklich.
Diese lange Seite ordentlich festn├Ąhen, wahlweise kannst Du auch noch eine zweite Parallelnaht daneben setzen, damit sich nichts wellt und es gut h├Ąlt. Zur Verdeutlichung und zum Mutmachen wieder ein Bild:



Anschlie├čend die Nadeln aus der geschwungenen Abschlusskante entfernen und diese von beiden Stoffseiten her einschlagen, feststecken und festn├Ąhen.
Die obere kurze Senkrechte, die sp├Ąter in den Bund eingearbeitet wird, kann dabei offen bleiben.
Die Sch├╝rze erst einmal beiseite legen.

N├Ąhen - ├ťberrock:
Die zwei zugeschnittenen Stoffbahnen f├╝r den ├ťberrock entlang einer der gewebten Stoffkanten (also in Richtung des Fadenlaufs) aneinander n├Ąhen. Dabei aber unbedingt einen etwa 30 cm langen Schlitz von der oberen Kante aus offen lassen, da dort der Rei├čverschluss eingearbeitet werden wird.
Die Nahtzugaben auseinander klappen.
Den unteren Saum zweimal einfalten, feststecken und festn├Ąhen.



Die Seitenkanten der Rockbahnen jeweils von unten an mit etwa 75 cm Schr├Ągband vers├Ąubern.
Dazu das Schr├Ągband auffalten, es auf die rechte Seite der Stoffbahn legen und die Kanten von Stoffbahn und Schr├Ągband aneinander angleichen. Einige Millimeter des Bandes unten ├╝berstehen lassen, damit Du es noch einfalten kannst.
Das Schr├Ągband mit Nadeln feststecken.
Nun exakt auf der Faltkante (neben der Stoffkante) festn├Ąhen.
Etwa einen Millimeter der flusigen Stoff- und Bandkante abschneiden.
Das Band ├╝ber diese Kanten hinweg falten und es auf der R├╝ckseite einschlagen.
Jetzt den ├ťberstand an der unteren Kante einklappen.
Abschlie├čend vom ├ťberstand ausgehend, von der rechten Stoffseite aus, die (jetzt auf der R├╝ckseite liegende) Bandseite festn├Ąhen. Dabei verl├Ąuft die Nahtlinie exakt neben der Faltkante, denn durch den abgeschnittenen Millimeter innen steht das Band auf der R├╝ckseite minimal ├╝ber. Dadurch ist auf der Vorderseite keine Naht zu sehen, da diese neben der Faltkante im Stoff verschwindet.



F├╝r die h├╝bschen Aufschl├Ąge an der Rockfront schneide jetzt zwei Dreiecke aus dem Rest des Sch├╝rzen-Oberstoffes zurecht. F├╝r die lange Seite nimmst Du das Ma├č von den ├ťberrockbahnen - miss dort aus, wie viel Platz noch ├╝berbleibt vom Ende des Schr├Ągbandes her bis zum Rockbund. Addiere 5 cm f├╝r das Umschlagen am unteren Ende. Vom rechten Winkel aus (am oberen Ende des Dreiecks) zeichnest Du eine Waagerechte mit etwa 20 cm L├Ąnge. Verbinde die Endpunkte der beiden Linien mit einer Diagonalen.
Diese Dekoapplikationen kommen an die offenen Enden der ├ťberrockbahn, oben am Bund anliegend. Lege dazu eines der Dreiecke, mit der langen Seite an der offenen Stoffkante an. Die Applikation liegt dabei rechts auf rechts auf dem Oberstoff.
Stecke den Aufn├Ąher mit Stecknadeln fest.
Falte die untere Dreiecksspitze soweit ein, dass das Dreieck noch das Schr├Ągband ├╝berlagert, auf der R├╝ckseite jedoch noch ein nochmaliges Einschlagen des Stoffes m├Âglich ist, um das Dreieck dort festzun├Ąhen. Da gilt es, etwas rumzutesten, zur Not mit feststecken.
Dann n├Ąhe diese L├Ąngsseite fest.
Klappe den Aufn├Ąher jetzt einmal um die lange Kante herum, so dass er mit seiner rechten Stoffseite zuvorderst auf der linken Stoffseite des ├ťberrockes zum Liegen kommt.
Falte die diagonale Seite des Aufn├Ąhers unter und n├Ąhe sie mit ganz feinen Stichen per Hand fest, indem Du stets nur einzelne F├Ąden beider Stoffe mit der Nadel aufnimmst. So bleibt die Naht von der anderen Seite aus unsichtbar.
Jetzt musst Du dort, wo die beiden ├ťberrockbahnen am Bund oben zusammentreffen, und wo Du zuvor eine offene Naht gelassen hattest, den Rei├čverschluss einn├Ąhen. Passe ihn so ein, dass nach oben hin noch etwa 4 cm Platz bleiben, damit Du auch den Bund noch dr├╝berst├╝lpen kannst.
Lege den ├ťberrock nun im Bund in Falten, so dass die Weite aus den Bahnen genommen wird und an der Frontseite des Rockes eine ├ľffnung entsteht, durch die man die darunter liegende Sch├╝rze bewundern kann.



Am leichtesten geht das mit einer Gabel, indem Du einen der ├Ąu├čeren Zinken auf der Stoffkante einhakst und die Gabel eine halbe Drehung wendest. Dadurch erh├Ąlt man gleichm├Ą├čige Falten. Beachte beim Faltenlegen, dass die offenen Seiten der Falten alle in eine Richtung zeigen sollten, am besten von der Frontseite des Rockes zum Rei├čverschluss hin - auf beiden Seiten!
Stecke die Falten mit Stecknadeln fest.
Arrangiere sie solange hin und her, bis beide Bahnen an der Vorderseite im gleichen Abstand zum Rei├čverschluss auf der R├╝ckseite enden.
Schlage dazu die Dekofront jetzt beidseitig nach Au├čen um und stecke sie fest. Die kurze Seite des Aufn├Ąhers, die zum Bund hin zeigt, darf nicht zu weit von diesem abgewinkelt arrangiert werden, da sie sp├Ąter komplett in den Bund eingearbeitet geh├Ârt.
Fixiere die Falten dann in dieser Form mit einer zweiten Stecknadelreihe etwas tiefer (weiter weg von der Abschlusskante).
N├Ąhe die Falten fest und n├Ąhe mit einer Parallelnaht in etwa 3 cm Abstand noch einmal ├╝ber die Falten, so dass sie am Bund nicht mehr aufklappen k├Ânnen.



Schneide die Bundkante zu einer sauberen Abschlusskante entlang der Naht.
Vers├Ąubere diese Abschlusskante mit einem Zickzackstich.



Kombinieren von Sch├╝rze, B├Ąndern, ├ťberrock und Bund:
Befestige den ├ťberrock an der Sch├╝rze, indem Du ihn mit Stecknadeln feststeckst.
N├Ąhe ├ťberrock und Sch├╝rze so mit einer einfachen Naht am Bund zusammen.



B├╝gele die B├╝ndchenvlieseline auf das zugeschnittene Bundstoffst├╝ck mittig, mit gleichem Abstand zu den Kanten, auf.
Falte den Bund der L├Ąnge nach zusammen, so dass erst einmal rechts auf rechts liegt.
N├Ąhe beide kurzen Enden jeweils mit einer Abschlussnaht zu. Es verbleibt nur noch eine offene Naht an der langen Seite. Kappe vorsichtig mit einer Schere die spitzen Ecken bis ann├Ąhernd an diese Abschlussn├Ąhte, damit das Wenden leichter f├Ąllt.
Wende den Bund nun auf die richtige Seite.
Falte die Bundkanten unter (innen und au├čen) und ziehe den Bund wie einen Schuber bis zum Anschlag ├╝ber den gef├Ąlteten und vers├Ąuberten Rockbund.
Dabei schiebst Du eine Seite des Bundes genau bis an das Ende der Rockbahn heran. Das andere Ende des Bundes steht dann ein gutes St├╝ck ├╝ber, was aber richtig ist, da dort sp├Ąter die Knopfl├Âcher eingearbeitet werden und dieses St├╝ck deswegen ├╝berlappen muss.
Setze die B├Ąnder in gleichem Abstand zueinander in den hinteren Bereich des Bundes ein, so dass sie beim Zusammenn├Ąhen im n├Ąchsten Schritt, zwischen den Sch├╝rzenseiten und dem ├ťberrock, mitgefasst werden.
Stecke den Bund mit Stecknadeln fest, wobei Du auch den ├╝berlappenden Teil in sich feststecken kannst.
Kontrolliere vorsichtshalber noch die Passform.
N├Ąhe dann diese Naht komplett in einem Rutsch zu, von einem bis zum anderen Ende des Bundes. Zur Sicherheit empfehle ich dringend noch eine Parallelnaht, da der Bund an dieser Stelle am meisten belastet werden wird.



N├Ąhen - Kn├Âpfe beziehen:
Lege einen Knopf mit seiner Vorderseite zu unters auf den vorbereiteten Bezug.
Nimm etwa 30 cm Garn und n├Ąhe per Hand mit wenigen Stichen den Knopf mittig fest.
N├Ąhe gleich mit demselben Faden weiter, trenne ihn nicht ab! Lege die angebundene Nadel vorsichtig beiseite.
Nimm nun den Knopf in die eine Hand und falte St├╝ck f├╝r St├╝ck den ├╝berstehenden Rand um den Knopf.
Nimm die Nadel wieder auf und n├Ąhe die entgegen gesetzten Falten mit lockeren Stichen zusammen.
Lege die angebundene Nadel wieder vorsichtig beiseite.
Nimm nun den kleineren Deckel und platziere ihn mittig der so bearbeiteten Knopfr├╝ckseite.
Beginne an einem Punkt der Seite damit, den Deckel St├╝ck f├╝r St├╝ck einen Millimeter unterzuschlagen und auf der so entstehenden Kante sofort festzun├Ąhen.
Hier ein Bild davon, wie der Bezug aussieht, bevor der kleine Deckel dagegen gearbeitet wird:



Beziehe alle ├╝brigen Kn├Âpfe auf dieselbe Art und Weise.

N├Ąhen - Kn├Âpfe ann├Ąhen:
Markiere Dir am Bund die Stellen, an die Du zwei der Kn├Âpfe anbringen m├Âchtest.
N├Ąhe sie fest.
N├Ąhe die ├╝brigen Kn├Âpfe an die Enden der im Rock versteckten B├Ąnder fest.


Achtung: Die B├Ąnder wurden auf diesem Bild anstelle wie in der Anleitung beschrieben, noch in die Sch├╝rzenseiten eingearbeitet. Die hier beschriebene Methode ist aber haltbarer. Nur, damit Du dich nicht wunderst, warum das zumindest an dieser Stelle etwas anders aussieht, als bei Dir. ;)


N├Ąhen - Knopfl├Âcher:
Markiere Dir, anhand der bereits angen├Ąhten Kn├Âpfe am Bund, die Stellen, an die die Knopfl├Âcher hin sollen. Die ben├Âtigte L├Ąnge der Knopfl├Âcher ist bei selbst bezogenen Kn├Âpfen schwer einzusch├Ątzen, daher w├Ąre es sinnvoll, an einem Probest├╝ck zu testen.
N├Ąhe die Knopfl├Âcher mit der Knopflochautomatik deiner N├Ąhmaschine (sie dazu deren Gebrauchsanleitung). Zum ├ľffnen der Knopfl├Âcher empfehle ich anstelle des Nahttrenners eine spitze Nagelschere, das geht viel besser.



Probiere den Rock an und ├╝berlege Dir, wie hoch und buschig Du die Raffung gerne haben m├Âchtest. Das ist reine Geschmackssache und Du musst es durch Rumprobieren herausfinden. Markiere Dir die g├╝nstigsten Stellen f├╝r eine Halterung mit Stecknadeln.
B├╝gele etwas Vlieseline hinter die entsprechenden Stellen.
Breite den ├ťberrock jetzt glatt vor Dir aus, mit der R├╝ckseite zu vorderst, und zeichne die ben├Âtigten Knopfl├Âcher an.
N├Ąhe die Knopfl├Âcher und ├Âffne sie ebenfalls.



Wenn man den ├ťberrock nun anhebt, dann sieht das in etwa so aus:


Achtung: Auch hier wieder - bei Dir sind die B├Ąnder oben nat├╝rlich nicht separat angebracht, sondern in den Bund eingearbeitet. Aber sonst m├╝sste es gleich aussehen.

Du kannst die B├Ąnder jetzt noch auf unterschiedliche L├Ąngen bringen, indem Du sie zusammenfaltest und dann so zusammenn├Ąhst. Du k├Ânntest auch stattdessen die Kn├Âpfe versetzt ann├Ąhen. Die einfachste Methode aber ist es, die B├Ąnder dadurch zu "k├╝rzen", dass Du sie ├╝ber Kreuz ankn├Âpfst.

Gerafft s├Ąhe das dann in etwa so aus:



N├Ąhen - Dekorationselemente:
Jetzt fehlen nur noch die Details. Lege aus den Resten des Satinb├Ąndchens kleine Schleifen.
N├Ąhe diese Schleifchen an gut sichtbaren Stellen fest, wie zum Beispiel an der Rockfront oder an den Enden der Frontapplikationen. Verziere die Schleifchen mit den Perlen.





Und schon ist der Viktorianische Rock fertig!





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