
Dare to wear
Ärmelloses kurzes Top aus schwarzem glänzendem Stretchstoff. Vorne gewagter Einsatz aus transparenter Bubblefolie. Hinten ganz schlicht und hoch geschnitten. Vorne mit zwei Klettbändern zu öffnen (ganz raffiniert).
Länge ca. 40 cm.
Material
- schwarzer elastischer Stoff, etwa 50 x 100 cm (wir haben den Rest vom Bondageshirt-Stoff genommen, der glänzt so schön)
- ein kleines Stück durchsichtige Bubblefolie (Luftblasenfolie, wie man sie zum einwickeln zerbrechlicher Sachen benutzt), etwa 25 x 40 cm
- durchsichtige Klebefolie zum Büchereinschlagen, in der gleichen Abmessung wie die Bubblefolie
- schwarzes Klettband, selbstklebend, etwa 80 cm lang und 2 cm breit
- schwarzes Gewebeband, 4 cm breit, etwa 40 cm lang
- Nadel (am besten mit angebauter Nähmaschine) und schwarzen Faden
Preis
- Den Stoff hatte ich ja noch, ansonsten wird ein halber Meter von so nem Zeug wohl zwischen 5 und 8 Euro liegen
- Bubblefolie gibts umsonst, wenn man was im Katalog bestellt, kann man aber auch selber kaufen, sollte nicht so teuer sein.
- Klebefolie rechne ich mal mit 2 Euro (das ist ne ganze Rolle, besser ist ein Rest vom Plastique Rock, wenn man den genäht hat)
- Klettband gibts in Packungen, die kosten hoffentlich auch nicht mehr als 2 Euro, ebenso das Gewebeband
- Den Faden liste ich jetzt hier nicht auf, ihr braucht eh keine ganze Rolle.
- Summa summarum sollte das Top um die 15 Euro liegen, je nachdem, was man noch hat oder noch kaufen muss.
Anleitung

Wir fangen mit dem Zerschneiden des Stoffes an. Aus einem 50 x 50 cm Stück macht man den Rücken (ach, und es sind wieder nur Orientierungsmaße, alles klar?). Die Länge des Rückens beträgt bei mir etwa 43 cm, das ist von der Schulter zur Taille gemessen. Oben (Schulternbreite) ist das gute Stück etwa 33 cm breit, dann 20 cm tiefer, das ist unter den Armausschnitten, 45 cm breit und am unteren Saum, also nochmal 23 cm tiefer, 40 cm (halber Taillenumfang). Das messt ihr erstmal aus und übertragt es auf den Stoff, aber zentriert, also von der Mitte des 50 cm breiten Stückes aus für die Schultern auf jeder Seite 16,5 cm abmessen usw, klar? Hier darauf achten, dass der Stoff sich in der Breite dehnt und nicht in der Länge. Alle Maße auf den Stoff aufmalen (mit Kreide) und mit Nahtzugabe ausschneiden. Das ist das Rückteil, das packen wir erstmal weg und machen die Vorderteile.

Da das Top vorne offen ist (also theoretisch), gibt es zwei Vorderteile, ein linkes und ein rechtes. Die werden spiegelverkehrt zueinander gearbeitet (aber wem erzähle ich das?). Am einfachsten ist es, noch mal genauso ein Rückenteil zu schneiden wie eben. Das schneidet man dann der Länge nach in der Mitte durch, und schon hat man zwei Vorderteile! Die Vorderteile werden jetzt auf der Schulter (von aussen gemessen) jeweils 8 cm plus Nahtzugabe und am Taillensaum (von der künftigen Seitennaht aus) jeweils 12 cm plus Nahtzugabe breit abgemessen. Das schneidet man aber noch nicht ab!! Erstmal vom Taillensaum aus 19 cm gerade in die Höhe messen (das ist etwa bis zur stärksten Stelle der Brust). Vom Saum bis hierhin sind die Mittelkanten der Seitenteile gerade geschnitten. Dadrüber schräg zur 8 cm Marke der Schulternaht. Ich merke schon, das ist etwas komplizierter, aber wenigsten haben wir jetzt die Vorderteile abgemessen und können alles mit Nahtzugabe ausschneiden.
Jetzt werden die Schulter- und Seitennähte von Rücken- und Vorderteilen (auf links gedreht) zusammengesteckt und das ganze anprobiert. Sitzt es, sind die Schultern okay, der Rücken zu breit, zu schmal beziehungsweise beide Vorderteile etwa gleich? Nun ist die Gelegenheit noch mal was zu ändern. Ist man zufrieden, können die Seitennähte geschlossen werden, dazu braucht man keinen Zickzack, ein normaler Stich tuts. Bevor auch die Schultern zusammengenäht werden können, müssen die Vorderteil-Mittelkanten gesäumt werden, und zwar so, dass beide Teile gleich aussehen. Also nochmal anziehen, die Säume umstecken (hier darauf achten, dass der Knick auf der Brust nicht verloren geht) und dann nähen. Ist das geschehen, können die Schultern ohne Probleme zusammengenäht werden. Und wenn wir schon mal dabei sind, kann man auch gleich den Saum im Nacken umnähen. Dafür noch mal anprobieren, sonst lässt man da eventuell nicht genug Platz. Ganz wichtig: Für die Schulternähte und die Nackennaht einen Zickzackstich verwenden, da der Stoff in die Breite elastisch ist und sonst diese Nähte ganz schnell reissen!!!
Als nächstes werden die Ärmellöcher gesäumt, das ist wirklich eklig, weil man sich die Stecknadeln dauernd in den Oberarm sticht. Aber hilft ja nichts. Anziehen (wie immer auf links gedreht) und rund um den Arm herum einen Saum umstecken. Wenn man den Arm jetzt bewegen und auch noch runterhängen lassen kann, ist es in Ordnung. Das Armloch wird jetzt einmal rund herum mit dem zickzackstich umnäht. Andere Seite genauso. Bleibt als letztes noch der Taillensaum, hier das Top anziehen, die gewünschte Länge markieren, umstecken, kontrollieren und mit Zickzack umnähen.
So weit fertig, das Top franst nicht mehr aus und die innen überstehenden Nahtzugaben können abgeschnitten werden. Jetzt wenden wir uns dem Mittelteil zu. Das besteht aus Bubblefolie und die muss, wie auch
beim Rock beschrieben verstärkt werden. Also die Bubblefolie von der glatten Seite mit Klebefolie bekleben. Entstehen hier Nähte, weil das Stück Klebefolie nicht groß genug ist, diese überlappen lassen, sonst reißt die Bubbelfolie an diesen Schwachstellen. Nun schneiden wir ein Stück Bubblefolie zurecht, das zwischen die Vorderteile passt. Bei mir ist es 37 cm hoch, oben 21 cm und unten 16 cm breit, von unten bis zu einer Höhe von 18 cm (das ist 1 cm weniger als der Abstand von Taillennaht bis Knick beim Top, dadurch schließt die Folie unten nicht bündig mit dem Top ab, das finde ich schöner) ist es gerade geschnitten (dadurch passt es an den Knick im Vorderteil des Tops).

Ihr messt euer eigenes Folienteil aus, dazu das Top anziehen, vorne richtig hinhalten und den Abstand zwischen dem linken und rechten Vorderteil messen. Einmal am Taillensaum das sind bei mir die 16 cm), einmal auf Höhe des Knicks (da sind es dann auch 16 cm) und einmal da, wo das Bubbleteil zuende sein soll (bei mir 21 cm), also praktisch der Ausschnitt ist. Dazu noch die Höhe des gesamten Folienstückes (Taille bis Ausschnitt, bei mir 37 cm) und die Höhe von der Taille zum Knick (wie gesagt bei mir 1 cm kürzer, nämlich 18 cm). Ist das alles ausgemessen und übertragen, wird die Folie dementsprechen ausgeschnitten (auf der Breite an jeder Seite 2 cm dazugeben, da kommt der Klettverschluss drauf).
Jetzt an der Ober- und Unterkante der Folie die Bubbles auf etwa 2 cm Breite zerdrücken, das wird jetzt nämlich mit schwarzem Gewebeband umklebt, und das hält besser ohne Blasen. Ebenso auf den Seitenzugaben die Blasen zerquetschen (das macht Freude!). Wenn also oben und unten das Klebeband so angeklebt ist, dass es 2 cm auf der glatten Innenseite und 2 cm auf der Seite mit den (toten) Bubbles klebt, wird das Klettband aufgeklebt, und zwar auf die bubbelige Seite der Folie, sozusagen aussen. Hierzu die Hakenseite (ganz wichtig! Nicht die weiche!) des Klettbandes auf die Länge von unterem Folienende bis Knick (bei mir die 18 cm) ausmessen, abschneiden, aufkleben. Ebenso verfahren mit der Länge von oberem Folienende bis Knick (das sind bei mir etwa 19 cm). Die Folie ist also links und rechts mit Klettband ausgestattet, die ist fertig.
Das Top bekommt auch Klettstreifen. Hier MÜSSEN wir jetzt die schmusigen Teile vom Klettband nehmen, denn die werden später angenäht. Aber der Reihe nach. Erstmal Klettband vom Taillensaum bis zum Knick aufkleben (auf die Innenseite vom Top, versteht sich). Dann die gleiche Länge Klettband wie auf der Folie oberhalb des Knicks ist, ausmessen und innen in das Top kleben. Jetzt jeden Klettstreifen mit zwei Nähten, einmal an der linken und einmal an der rechten Kante entlang, annähen (Juhu, Nähen ohne Stecknadeln! Warum ist nicht alles selbstklebend?!). Durch das Annähen der Klettbänder stellen wir sicher, dass die auch wirklich auf dem Stoff bleiben und das Top (ohne Plastikteil) kann jetzt sogar gewaschen werden.
Da sind wir fertig, das Top wird zum Anziehen auf- und zugeklettet (nicht sofort rumkletten, der Kleber braucht noch ein bisschen bis er fest ist).
Variationen
- Das Top besitzt gegenüber den anderen Plastique-Klamotten einen wunderbaren Vorteil: es besteht aus VIER Materialien (Bubblefolie, Klebefolie, Klebeband und Stoff). Hier kann man nach Herzenslust rumkombinieren. Alle Materialien des Rockes lassen sich auch für den Folieneinsatz verwenden. Darüber hinaus kann der Stoff ausgetauscht werden, zum Beispiel kann man Samt nehmen oder elastisches Satin, und erst die Farben...
- Die andere Möglichkeit ist, wenn man einmal das Stofftop genäht hat, nur noch den Folieneinsatz auszutauschen. Ich werde mir zum Lackröckchen vielleicht noch ein Mittelteil aus Lack machen. Oder ich nehme nur ein paar Bänder, versehe die Enden mit Klett und verbinde damit die Vorderteile des Tops. So kann man das Top an diverse andere Klamotten anpassen. Hübsch wäre bestimmt auch ein Samttop mit Spitze im Mittelteil, da müsste man dann aber Klettband verwenden, dass überall angenäht werden kann.
- Ich könnte mir auch vorstellen, dass man ein paar Ärmel an das Top nähen will (wenn einem die Armstulpen vielleicht zu lächerlich sind).
Empfehlung
Das Plastique-Top ist der schwerste Teil des Ensembles, aber trotzdem noch für Anfänger geeignet. Das Hinzirkeln mit dem Bubbleteil kostet etwas Nerven, aber wer einen Hilfsgruftie an der Seite hat, kriegt auch das gebacken.
Musiktipp
Soda empfiehlt: Ihr könnt natürlich wieder die Punksachen vom Rock hören (aber nicht Jubilee, da näht euch die Maschine in den Finger!), oder was moderneres, vielleicht Marylin Manson vom "Antichrist Superstar"-Album, da hätte der so ne Klamotte sicher auch angezogen.
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