Kleines Cape



Pelerine

Autor: Natron
Schwierigkeit: 1 von 4
18 Fotos dazu

Schnitterstellung
Der Schnitt ist ziemlich einfach und leicht selber aufzuzeichnen. Man nehme ein gro√ües St√ľck Papier (Packpapier oder Tapete oder auch Zeitung, wenn sonst gar nichts da ist). Das sollte mindestens 80√ó80 cm gro√ü sein. Ich habe hier immer ein ganzes Schnittmuster gezeichnet, aber nat√ľrlich kann man auch nur eine H√§lfte aufmalen (und dann sp√§ter im Stoffbruch auflegen), die sind ja identisch.

Schnitterstellung
Los gehts mit einem Kreis von 40cm Radius und einem kleineren mit dem selben Mittelpunkt und 10cm Radius. Das ist der Halsausschnitt.

Dann zeichnet man in den unteren Kreisvierteln noch eine Linie mit 45¬į ein, die das Viertel teilt. Diese Linie bildet sp√§ter die Vorderkante. Die senkrechte Linie in der Mitte zwischen den oberen Kreisvierteln ist dann die hintere Mitte.

Ein Zirkel f√ľr die Kreise ist hier sehr hilfreich. Zur Not tut es aber auch ein Stift der an eine Schnur geknotet ist, die man am Mittelpunkt festh√§lt und auf genau 10cm bzw 40cm spannt.

Das Cape ist im Prinzip ein 3/4-Kreis, die nicht grau ausgef√ľllten Fl√§chen geh√∂ren also nicht zum Schnitt.

Schnitterstellung
Weil das Cape um die Rundung der Schultern auszugleichen nicht √ľberall gleich lang ist m√ľssen wir noch ein bisschen weiter zeichnen.

Es folgen Hilfslinien die die graue Fl√§che in 4 Teile mit 67,5¬į teilen. Wer das nicht ausmessen will kann das Papier auch einfach falten, und zwar so, dass die Vorderkante auf der hinteren Mitte zu liegen kommt, dann hat man am Knick automatisch die Linie mit 67,5¬į.

Diese schrägen Hilfslinien befinden sich später genau auf den Schultern.

Schnitterstellung
Dann brauchen wir noch zwei weitere Kreise um den Mittelpunkt. Einmal mit 37cm Radius und einmal mit 33cm.

Diese drei Werte, 30, 27 und 23cm (die 10cm vom Halsausschnitt werden von der L√§nge ja noch abgezogen) sind meine L√§ngen f√ľr Schultern, R√ľcken und Vorderkante. Da k√∂nnt ihr nat√ľrlich andere Ma√üe nehmen, wenn das Cape k√ľrzer oder l√§nger sein soll. Der Schnitt ist eine sehr variable Gr√∂√üe, aber es empfiehlt sich ein Probeteil zu machen (das geht hier sogar aus Zeitungspapier), wenn man die Gr√∂√üe stark √§ndert, zB f√ľr Kinder oder sehr gro√üe Kleidergr√∂√üen<

^Schnitterstellung
Jetzt verteilen wir ein paar wichtige Markierungen. Das sind die roten Kreuzchen in der Zeichnung. Achtet genau darauf auf welcher Kreislinie sie jeweils liegen.

Diese Markierungen verbindet ihr jetzt mit einer schönen geschwungenen Linie, etwa wie die rote Linie in der Zeichnung. Da braucht es vielleicht ein paar Versuche, aber seid ruhig mutig und schwungvoll mit dem Stift.

Wer ein volles Schnittmuster aufzeichnet, sollte es mittig falten und diese Linie auf die andere H√§lfte √ľbertragen, damit das Cape sp√§ter auf beiden Seiten identisch ist.

So, das ist unsere Saumlinie. Das volle Schnittmuster ist jetzt also der im folgenden rot ausgef√ľllte Bereich:

Schnitterstellung
Jetzt fehlt noch der Stehkragen. Das ist ganz einfach. Es ist ein Streifen mit 47cm L√§nge und etwa 3cm H√∂he (oder so hoch wie ihr den Kragen haben wollt). Die oberen Ecken kann man abrunden, das sieht h√ľbsch aus und verhindert, dass sie sp√§ter unsch√∂n wegknicken. Dazu hilft es √ľbrigens eine Garnrolle o√§ als Schablone f√ľr die Rundung zu verwenden, dann wird es in der Regel besser und symmetrischer als frei Hand.

So, das wars, fertig ist das Schnittmuster. Achtung: Es sind keine Nahtzugaben enthalten!


Ausarbeitung
Die Umsetzung des Schnitts kann man ganz verschieden angehen, je nach gew√ľnschter Optik, Erfahrung und verwendetem Material. Ich schreib mal ein paar M√∂glichkeiten auf:

Verschluss
Noch ein Wort zu Verschlussm√∂glichkeiten. Ich habe Haken und Augen angen√§ht, denn das Cape schlie√üt auf Sto√ü, √ľberlappt also vorne nicht. Wer eine Knopfleiste m√∂chte, sollte es also vorne entsprechend verbreitern. Ansonsten k√∂nnte man noch Knebelkn√∂pfe, Schlaufenverschl√ľsse, Posamenten oder diese aus der Trachtenmode bekannten Verschl√ľsse mit zwei Kn√∂pfen die durch ein Kettchen verbunden sind verwenden. Oder man n√§ht auf jede Seite einen Knopf und verbindet sie durch eine kleine Patte mit zwei Knopfl√∂chern. Sch√∂n w√§ren auch angen√§hte B√§nder die man zu einer Schleife binden kann. Da gibt es viele M√∂glichkeiten!


Stoffe
Als Material eigenen sich eigentlich alle nicht oder nur leicht elastischen Materialien. Bei gemusterten Stoffen sollte man bedenken, dass das Muster an den Vorderkanten um 90¬į gedreht aufeinandertrifft. Wenn man das vermeiden will kann man das Cape aus zwei Teilen mit einer Mittelnaht im R√ľcken zuschneiden. Das bietet sich auch f√ľr Samtstoffe, Cord, Streifen, Fell und √§hnliches an. Nat√ľrlich kann man den Schnitt auch noch weiter aufteilen und ganz viele Teile daraus machen, sicher auch ein sch√∂ner Effekt.


Variationen
Der Verzierungswut sind kaum Grenzen gesetzt, hier nur ein paar Ideen von mir:

Größe
Das Cape l√§sst sich beliebig verl√§ngern (oder auch k√ľrzen), die angegebenen L√§ngenma√üe sind nur meine Version f√ľr ein kleines Cape, das gerade die Schultern bedeckt. Die Gr√∂√üe ist ziemlich variabel, aber wie oben erw√§hnt, wer ein Kindermodell n√§hen will oder eine sehr gro√üe Kleidergr√∂√üe sollte vielleicht zuerst ein Probeteil machen.


Schwierigkeit
Nicht kompliziert. Wer einen pflegeleichten Stoff wählt bekommt das auch als Anfänger gut hin.





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