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Ita Cross Kleid



langes Kleid

Autor: Soda
Schwierigkeit: 3 von 4
4 Fotos dazu

What do you want to be?

Ein äußerst sexy Kleid, knöchellang aus schwarzem Netztüll mit dunkelrotem Samtkreuz appliziert. Von hinten nur Tüll. Seitlich jeweils bis zum Knie geschlitzt

Material


Preis


Anleitung

Ersteinmal nähen wir ein Kleid aus schwarzem Netztüll und wenn das fertig ist, applizieren wir das Kreuz drauf.

Für das Kleid schneidet man erstmal Vorder- und Rückteil zu, hierzu habe ich die 140 cm Breite des Stoffes als Länge des Kleides genommen. Die Maße des Vorder- und Rückteils orientieren sich eng am Schmusekleid, wer das also schon genäht haben sollte, übernimmt einfach den Schnitt. Ansonsten gehts so: als erstes zwei Stücke schneiden, die je 140 cm (die Breite des Stoffes) lang und 60 cm breit sind. Die beiden legen wir passgenau aufeinander.
Und jetzt wirds tricky. Auf den Netztüll kann man keine Markierungen mit Kreide malen, also muss man an den zu markierenden Stellen Nadeln stecken. Wer das versucht, stellt fest, dass die Nadeln von zwölf bis Mittag in dem dünnen Stoff bleiben. Hier hilft nur eins, wir brauchen Verstärkung! Bevor wir eine Stecknadel in den Tüll stecken kleben wir ein Stück Abklebeband auf die Stelle und stechen die Nadel dann da und durch den Stoff hindurch. So hält sie. Man muss sich nur zu helfen wissen!
messenWir markieren also erst einmal die senkrechte Mitte unserer Soffbahnen. Bei mir sind das 30 cm. Die Mitte brauchen wir um die restlichen Maße davon ausgehend auf beiden Seiten gleich abzumessen, zentriert sozusagen. Als erstes brauchen wir die Schulterbreite (schaut für solche Sachen mal bei den Tipps zum Messen nach), da nimmt jeder seine eigenen Maße, bei mir sind das 41 cm. Die messe ich von der Mitte, also 20,5 cm auf jeder Seite, aus. Jetzt gehts runter, wir brauchen den Abstand von der Schulter bis zur stärksten Stelle der Brust, das entspricht dann so etwa dem unteren Ende des Ärmelausschnittes. Bei mir sind das 20 cm, die ich senkrecht abmesse. Hier auch wieder eine Nadel in die Mitte (bei 30 cm) des Stoffes. Von hier wird jetzt waagerecht der Brustumfang bemessen und zwar etwas großzügig damit das Kleid am Ende einfach über den Kopf an und auszuziehen ist. Mein Brustumfang ist etwas über 90 cm (ich bräuchte meine Kleidergröße gar nicht geheimhalten, ihr kriegt das ja eh mit...) da habe ich für die Breite des Kleides an der Brust 48 cm genommen und wieder zentriert abgemessen (also von der Mittelnadel 24 cm zu beiden Seiten). Jetzt gehts wieder senkrecht weiter zur Taille. Abstand zwischen Brust und Taille messen und senkrecht auf den Stoff übertragen. Bei mir sind das wieder 20 cm. Hier wird jetzt waagerecht die Taillenbreite abgemessen, aber Vorsicht! Bei der Taille müsst ihr gut was dazugeben, wenn das Kleid nachher über den Kopf ausgezogen wird müssen hier Oberweite und Schultern durchpassen! Ich hab hier 43 cm genommen. Messt euren Taillenumfang, teilt ihn durch zwei (Taillenbreite) und addiert etwa 5 cm oder etwas mehr. Ob das hinkommt müsst ihr dann einfach anprobieren und bei Bedarf enger oder weiter stecken. Aber beim Anprobieren sind wir ja noch nicht. Nach dem Taillenumfang geht es wieder senkrecht weiter und zwar zum Hintern. Das sind bei mir wiedereinmal 20 cm senkrecht. Dann der Hinternumfang, hier müsst ihr nicht großartig was dazugeben, da der Hintern eh schon immer die breiteste Stelle ist ("Warum haben Frauen so 'nen dicken Arsch?" "Damit sie beim Tratschen nicht aus dem Fenster fallen." haha...). Ich hab ein kleines Bisschen was dazugenommen, dann ist es nicht so eng und beim Sitzen auch bequemer. Also bei mir sinds 50 cm ("huch, hat die aber nen breiten Hintern!" Gar nicht wahr!). Diese 50 cm behalte ich dann auch bei bis zum unteren Ende des Kleides.

Wenn ihr also jetzt eure Markierungsnadeln in Schulter, Brust, Taille und Hintern habt (aua!), dann steckt dazwischen noch ein paar Nadeln (ausser natürlich zwischen Schulter und Brust, da sollen ja die Arme durch) und auch unter dem Hinter könnt ihr auf jede Seite noch etwa 2-3 Nadeln stecken. Alles schön mit Klebeband sichern und zum Schluss die Mittelnadeln rausnehmen, sonst kommt man ja gar nicht in das Kleid rein. So, jetzt wird anprobiert. Wenn was nicht passt könnt ihr das hier und jetzt korrigieren, dann nochmal anprobieren, bis alles stimmt.

Jetzt geht es ans Nähen, dazu nur soviel: Netztüll ist zimperlich, die Nähte können sich zusammenziehen und den Stoff kräuseln, ausserdem lassen sich einmal genähte Nähte kaum mehr auftrennen, weil man dabei dauernd Löcher in den Stoff reisst. Für die Maschine eignet sich ein schmaler Zickzack mit niedriger Fadenspannung und wenig Druck auf dem Nähfuss. Auf jeden Fall erstmal auf einem Rest ausprobieren! Sind die Einstellungen der Maschine klar, können die Seitennähte vom unteren Ärmelausschnitt zum seitlichen Schlitz geschlossen werden. Ich hab mich entschlossen zwei seitliche Schlitze zu machen, das ist praktischer und sieht cooler aus. Diese Schlitze sind relativ hoch, damit man auch Stiefel zum Kleid anziehen kann ohne das es komisch aussieht. Sie gehen über dem Knie noch ein Drittel auf den Oberschenkel. Das ist allerdings Geschmackssache und ihr könnt das Kleid soweit zunähen wie ihr wollt, aber beachten, dass man noch laufen können muss.

oberteilSind die Seitennähte geschlossen zieht ihr das Kleid nochmal an (immernoch auf links) und überprüft die Schultern. Wo genau sollen die Ärmel nachher angenäht werden? Diese Stelle auf jeder Schulter markieren und ausserdem die Tiefe des U-Boot Ausschnitts festlegen und mit einer Nadel markieren. Hinten kommen da etwa 2 cm weg, vorne etwas mehr. Jetzt ausziehen und von der Schultermarkieren etwa 3 cm zur Mitte des Ausschnitts abmessen, das ist die Schulternaht und da fängt der Ausschnitt an. Den Ausschnitt einfach flach zur Markierung in der Mitte rausschneiden, das muss nicht perfekt werden. Jetzt die Länge von Schultermarkierung zu Schultermarkierung entlang des Ausschnitts abmessen und auf diese Länge (mit ein bisschen Zugabe) ein Stück Satinband abschneiden. Das Satinband wird der Länge nach in der Mitte gefaltet und zwar so, dass die von Hause aus umgeknickten Kanten innen liegen. Jetzt das Satinband um die Ausschnittkante legen, an beiden Enden etwas überstehen lassen und feststecken. Hier können wir auf das Klebeband verzichten, weil die Nadeln in dem Satinband halten, aber Vorsicht, dass der Tüll nicht aus der Satinkante rausrutscht! Das Satinband genau an den Schultermarkierungen nach innen umknicken und feststecken. Jetzt auf einem Stück Satinband ausprobieren, ob die Einstellungen der Nähmaschine auch für das Satinband passen. Das Satinband festnähen (braucht eigentlich keinen Zickzack, denn es ist nicht sehr elastisch, ist im Endeffeckt aber Geschmackssache). Bei vorderem und hinterem Ausschnitt gleich verfahren.

Die 3 cm Schulternähte werden mit der Hand genäht, und zwar von links, also der Seite, die beim Kleid noch immer aussen liegen sollte. Hierzu die Satinkanten auf Stoß aneinander legen und so vernähen, dass die Naht von aussen unsichtbar ist. Jetzt haben wir sozusagen schon ein ärmelloses Kleid, aber Halt! noch nicht auf rechts drehen. Erst kommen die Ärmel.

Ich habe aus dem restlichen Netztüll zwei gleich grosse Stücke geschnitten (je etwa 40 x 140 cm). Wobei die 40 cm der Ärmelumfang sind, das ist ein bisschen knapp, geht aber gerade noch so. Wenn der Stoff elastisch wäre, wäre es kein Problem. Nehmt also lieber etwas mehr (das heißt, dass ihr auch mehr Tüll KAUFEN müsst!). Die 40 cm lange Kante wird jetzt in das Armloch genäht, und zwar so, dass nur auf der Seite die jetzt aussen aber später innen ist Stoff übersteht.Beide Nahtzugaben (Kleid und Ärmel) müssen also in die selbe Richtung zeigen. Zum Feststecken der Ärmel wird die Ärmelbahn der Länge nach gefaltet um die Mitte festzulegen (also eigentlich hätte man auch einfach die 40 cm durch zwei teilen können, macht 20 cm). Die Mitte markieren und genau oben an die Schulternaht anlegen und von dort aus auf beiden Seiten (vorne und hinten) feststecken. Ist ein Ärmel festgesteckt wird das Kleid anprobiert. Der Ärmel flattert da noch ein bischen seltsam rum, aber es geht auch nur darum, festzustellen, ob das Ärmelloch groß genug ist. Ist alles in Ordnung kann festgenäht werden. Am besten näht man hier nur die Stellen wo Tüll auf Tüll liegt mit der Maschine, und näht die Stelle, wo der Ärmel auf die Satinpaspel der Schulter trifft mit der Hand, da hat man mehr Kontrolle. Bei beiden Ärmeln gleich verfahren.

ärmelSind die Ärmel dran, wird das Kleid noch einmal angezogen, um jetzt die Weite und Länge der Ärmel zu bestimmen. Das geht am Besten, wenn einem jemand hilft. Den Arm waagerecht zur Seite ausstrecken und die Länge des Ärmels (bei mir reichen die Ärmel immer noch ein bischen auf die Hand rauf, find ich schöner) festlegen. Dann Nadeln reinstecken (lassen) um die Weite an der Achsel, am Ellenbogen, Handgelenk und Ende festzulegen. Ich hab die Ärmel überlang, also bis auf die Hand, gemacht und ab dem Handgelenk ein kleines Bischen ausgestellt. Ausziehen und die Markierungen mit mehr Nadeln verbinden. Diese Prozedur muss nur an einem Ärmel durchgeführt werden, da beide Arme und dementsprechend beide Ärmel ja gleich sind (oder bei euch etwa nicht?). Also einfach das Kleid in der Mitte längs falten und die Ärmel passgenau aufeinander legen, Markierungen übernehmen. Vor dem Nähen aber trotzdem nochmal anprobieren, ist alles klar, zusammennähen.

Sieht doch schon aus wie ein Kleid. Jetzt ist es Zeit die Nähte zu versäubern. Da das Kleid durchsichtig ist, sieht man später die Nahtzugaben, und deshalb müssen die so unauffällig wie möglich sein. Also entlang aller Nähte die Nahtzugabe so eng wie möglich abschneiden, ohne dabei allerdings die Naht wieder aufzuschneiden. Nun die Ärmel auf die definitive Länge abschneiden. Die werden ja umpaspelt und nicht gesäumt, da braucht keine Nahtzugabe zu bleiben. Also Satinband auf Länge abschneiden, wieder der Länge nach mittig falten und um die Tüllkante legen. Wo die Enden zusammenstoßen das Band etwas überlappen lassen und das obere Ende ca 1 cm umknicken. Festnähen. Als nächstes werden in der gleichen Art und Weise auch die Seitenschlitze und die hintere untere Saumkante umpaspelt. Bei den Seitenschlitzen ist es ratsam, die Satinkanten am oberen Ende, da wo der Schlitz anfängt, mit ein paar Stichen von Hand zusammenzunähen, dann ist die Gefahr, dass die Seitennaht des Kleides einreisst, erstmal gebannt.

So, jetzt könnt ihr das Kleid endlich auf rechts drehen, jetzt muss nämlich nur noch das Kreuz appliziert werden (und das auf die Innenseite...wär ja fatal). Das Kreuz besteht aus zwei Teilen, dem waagerechten Balken und dem senkrechten Balken. Die schneiden wir einzeln zu. Dazu die Breite des Kleides direkt über die Brust ausmessen und etwas Spiel dazugeben, so breit ist der waagerechte Balken. Für die Höhe erstmal etwa 15 cm nehmen, das wird noch weniger. Der senkrechte Balken hat als Länge die Länge des Kleides, oder halt erst mal einen Streifen in der gesamten Länge des Samtstoffes (wahrscheinlich 140 cm) zuschneiden, auch etwa 15 cm breit. Nun das Kleid anziehen und markieren (mit Stecknadeln und Klebeband) wo der waagerechte Kreuzbalken hinkommt und wie hoch er sein muss (die Idee dahinter ist, dass man auf einen BH darunter verzichten kann). Mein Balken ist 12 cm hoch, sehr viel mehr sollte es hier und auch bei dem senkrechten nicht sein, das sieht komisch aus. Ist die Höhe des waagerechten Balkens also festgelegt, dann säumt man die langen Kanten dementsprechend und benutzt das gleiche Maß auch als Breite für den senkrechten Balken. Der wird auch an den langen Kanten gesäumt. Dann den senkrechten Balken aufs Kleid stecken und zwar entlang der Mitte! Dazu muss man immer wieder von beiden Seiten messen. Am Ausschnitt sollte die schmale Kante des Balkens gerade so an die Satinpaspel stoßen. Ist der senkrechte Balken gesteckt, noch einmal anprobieren (schlägt das Tüll eventuell Falten unter dem Samt? Korrigieren!) und dann festnähen. Die Kante am Ausschnitt wird unsichtbar, also von innen an die Satinpaspel genäht, von Hand (ich weiss, es wäre viel professioneller wenn die Paspel das Samt wie unten am Saum überdecken würde, aber kann mir mal einer sagen, wie man sowas bewerkstelligt ???). Jetzt ist der senkrechte Balken bis auf den Saum unten an das Kleid genäht. Jetzt den waagerechten Balken feststecken, nochmal überprüfen und ebenfalls festnähen, dabei werden die Nahtzugaben an den Seiten unter den Samtstoff geklappt, so dass der Samt mit den Seitennähten des Kleides abschließt. Ist doch ein prima Kreuz, oder? Zum Schluss noch den vorderen unteren Saum so mit einer Satinpaspel umnähen, dass auch das Ende des senkrechten Samtbalkens verdeckt ist.



Variationen


Empfehlung

Also dieser Netztüll näht sich ganz schlecht. Nicht nur, dass man keine Stecknadeln reinstechen kann, er reisst auch ziemlich schnell und die Nähte kann man nicht nocheinmal auftrennen (siehe auch Tipps). Erfordert eine Engelsgedult und etwas Erfahrung! Wer anderen Stoff verwendet, der mag den Schnitt gar nicht so schwierig finden.


Musiktipp

Soda hat gerade eine ganz tolle CD von Natron gekriegt und empfielt deshalb ein paar Gruftklassiker wie Tuxedomoon "No Tears", Isecs "Einheitsschritt" oder was neues lustiges von den Ärzten (*schröckel*) "Leichenhalle" aber da das Ende weglassen!








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