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Unterrock



Unterrock

Autor: Natron
Schwierigkeit: 2 von 4
1 Foto dazu

Ein glatter Unterrock für Röcke ohne Futter. Der sorgt dafür, dass der Rock nicht an der Strumpfhose klebt und schöner fällt. Er ist nicht schwer zu nähen und gibt einem ein wenig das Gefühl wie eine Dame angezogen zu sein. ;)

Der Stoff wird diesmal schräg zugeschnitten, dann schmiegt er sich schön an den Körper und fällt toll. Und wenn ihr wollt könnt ihr französische Nähte kennenlernen.


Material Preis
Anleitung

Überlegt zuerst wie lang der Rock sein soll. Unter welchen Röcken wollt ihr ihn tragen? Es kann zwar auch ein schöner Effekt sein, wenn die Unterkante unter dem Rocksaum vorblitzt, aber ein kurzer Unterrock passt andersrum auch gut unter lange Röcke. Wenn ihr den Unterrock für einen speziellen Rock näht, macht ihn etwa 10 cm kürzer als den Rock.



TrapezDer Schnitt ist ganz simpel. Weil der Stoff schräg zugeschnitten wird braucht man nur ein Trapez zeichnen. Für die obere Kante messt euren Hüftumfang aus, das ist die dickste Stelle des Hinterns. Für die untere Kante überlegt euch wie weit der Rock sein soll. Ein schmaler Unterrock (etwa 150 cm Saumumfang) reicht normalerweise völlig, auch unter weiten Röcken. Ihr wollt keine Stoffmassen die zusätzlich auftragen.

ZuschnittDer Rock besteht aus 2 Teilen, die beide nach dem Trapezschnitt zugeschnitten werden. Legt den Schnitt schräg auf den Stoff (eine aufgemalte Linie auf dem Schnitt die in 45° zur Mitte verläuft hilft dabei). Das erzeugt mehr Verschnitt als üblich, das stimmt.

Bevor ihr irgendwas ausschneidet oder markiert noch ein Tipp: Satin kann nervig sein, weil alles dauernd verrutscht. Griffiger wird er wenn er vorher mit Sprühstärke gebügelt wird. In absoluter Not tut es auch Haarspray (vor dem ersten Tragen aber mal auswaschen ;)).



Die beiden Teile werden mit Nahtzugaben rundherum ausgeschnitten. Gebt an der unteren Kante ruhig ein paar Zentimeter mehr dazu, dann könnt ihr später entspannter kürzen und gerade schneiden.

Weil Satin so empfindlich ist und schnell ausfusselt kann man die Seitennähte als französische Nähte machen (dazu braucht ihr großzügige Nahtzugaben). Wer sich den Mehraufwand nicht antun möchte näht einfach nur die Seiten zusammen und versäubert die Nahtzugaben ordentlich.

Französische NähteFranzösische Nähte gehen so: Zuerst werden die Teile links auf links (anders als üblich!) aufeinander gelegt. Dann näht ihr ca 1 cm außen neben der Nahtlinie (auf dem Bild die rote Linie, das ist die Linie die ihr rund um den Schnitt auf den Stoff gemalt habt). Die Nahtzugaben werden kurz (kürzer als 1 cm) geschnitten. Dann wendet ihr die Teile, so dass sie wieder rechts auf rechts liegen und näht normal auf der Nahtlinie. So sind die Nahtzugaben eingeschlossen und können nicht mehr rumfusseln. Und von innen sieht alles schön ordentlich aus. Die Nahtzugaben bügelt ihr in eine Richtung (zB beide nach hinten).



Wie auch immer, die beiden Teile sind jetzt zu einem Ring geschlossen. Jetzt kommt das Gummiband dran. Die Nahtzugabe an der Oberkante schneidet ihr auf die Breite des Gummibands und versäubert sie mit Zickzack. Legt das Gummiband um eure Taille/Hüfte (dort wo der Rock sitzen soll) und legt die gewünschte Länge fest. Es sollte gut sitzen, aber nicht einschneiden. Achtet auch darauf ob ihr das Band so auch noch über den Hintern gezogen bekommt! Gummiband dann auf diese Länge + 1 cm kürzen.

Gummiband feststeckenDreht den Rock auf rechts und steckt ein Ende des Gummibands rechts auf rechts an die Nahtzugabe der Oberkante, an einer Seitennaht. Die Bogenkante des Wäschegummis zeigt dabei Richtung Rocksaum. Dann nehmt ihr die Mitte des Gummibandes und steckt sie auf die andere Seitennaht. Achtet dabei darauf, das Gummiband nicht zu verdrehen. Das lose Ende steckt ihr schließlich mit 1 cm Überlappung über den Anfang. Um die Mehrweite des Rocks jetzt gleichmäßig auf dem Gummiband zu verteilen nehmt ihr in dem Abschnitt zwischen zwei Stecknadeln jeweils die Mitte des Gummis und der Stoffkante und steckt diese aufeinander. Dann wieder die Mitte und wieder bis ihr das Gummiband rundherum festgesteckt habt. Der Stoff wird dabei zusammengerüscht, das ist richtig. Zum Annähen zieht ihr das Gummiband (Vorsicht, damit die Nadeln nicht rausfallen) bis der Stoff wieder glatt liegt (immer Stückchen für Stückchen, nicht im Ganzen) und näht mit breitem Zickzackstich einmal rundherum. Stellt keine zu enge Stichlänge ein, sonst leiert das Gummiband schnell aus. Ich verwende dabei gerne den "genähten" Zickzackstich der aus jeweils drei Stichen besteht, aber ein normaler tut es auch. Ihr müsst da ggf etwas rumexperimentieren (Vorher! An einem Reststück! ;)).

Wenn ihr die erste Runde genäht habt, faltet ihr das Gummiband an der Nahtlinie nach innen um. Jetzt ist nur noch die Bogenkante zu sehen. Wieder mit einigen Stecknadeln fixieren und dann von außen (ebenfalls mit Zickzack) noch mal festnähen (dabei wieder dehnen).

Wer kein Wäschegummi sondern ein ganz einfaches Gummiband hat näht es genauso fest, nur im ersten Schritt nicht außen sondern innen auf die Nahtzugabe, dann ist es später auf jeden Fall verdeckt.

Das Prozedere habe ich ĂĽbrigens auch schon bei dem Rock aus einem T-Shirt angewendet (und dort auch noch mal beschreiben, falls jemand mit dieser Beschreibung nicht zurecht kommt).


Das war der obere Saum. Damit der untere auch schön wird braucht es jetzt etwas Geduld. Der Stoff kann sich unter Umständen noch etwas aushängen (weil sich die nun schräg verlaufenden Webfäden noch minimal verschieben). Das kann dazu führen, dass die Unterkante des Rocks unregelmäßig länger wird und zipfelt. Damit das nicht passiert hängt man den Rock mit unfertigem Saum auf, so dass er frei hängt (am besten auf einen Hosenbügel oder mit Wäscheklammern auf die Leine). Lasst ihn einen Tag (24 Stunden) so hängen, gerne auch länger. Dann zieht ihr ihn an und prüft ob der Saum noch gerade ist und ob die Länge so okay ist. Wenn ja, dann war die Warterei unnötig. Aber wenn nicht, dann hat sie sich gelohnt. Dann schneidet ihr den Saum wieder gerade und könnt davon ausgehen, dass er das jetzt auch bleibt. Denkt auch dran, dass der Rock hinten ruhig etwa zwei Zentimeter länger sein sollte als vorne! Die Nahtzugaben schneidet ihr ab, da kommt jetzt die Spitzenkante drüber.

Die Nahtzugaben versäubert ihr mit Zickzack. Zieht den Saum dabei nicht, sonst wellt er später! Dann nehmt ihr das Spitzenband und legt es über die Zickzacknaht, so dass sie schön verdeckt wird. Rundherum feststecken, die Enden überlappen wieder an einer Seitennaht. Dann je nach Muster mit einem Zickzack oder einer gerade Naht möglichst unauffällig annähen (Faden natürlich in der selben Farbe wie die Spitze wählen). Dadurch, dass der Saum nicht wie üblich eingeschlagen festgenäht wird verändert sich der weiche Fall des Satins nicht unnötig.


Und fertig!


Variationen
Empfehlung

Mit Satin zu arbeiten kann nervig sein. Sprühstärke hilft, aber ein wenig Erfahrung und/oder mehr Geduld sollte man haben.


Musiktipp

Natron empfiehlt: Gute-Laune-Garantie und beschwingtes Arbeiten mit Volbeats "Guitar Gangsters & Cadillac Blood"





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