Federtasche



Federtasche

Autor: Natron
Schwierigkeit: 1 von 4
41 Fotos dazu

Eine einfache, schnell genähte Federtasche mit Reißverschluss. Meine ist in einer Materialkombi aus Stoff und Plastikfolie, aber die Möglichkeiten sind endlos. Fertige Maße: 22 x 5 x 5 cm.


Material


Preis

Das hängt wohl am meisten davon ab, wo ihr den Reißverschluss kauft. Alles in allem aber ein preiswertes Unternehmen. Mit 5 Euro ist man sicher dabei.


Anleitung

Ich erkläre kurz wie ich meine Materialien zusammen gesetzt habe, das könnt ihr ignorieren, wenn ihr alles aus einem Stoff macht. Meine Methode verhindert, dass man ein separates Futter verwendet. Wie das geht, erkläre ich aber später.


Methode mit Plastikeinsatz:
Der Plastikstreifen den ich verwendet habe stammt von einem Schwimmflügel als dem 50-Cent-Laden. Ihr braucht Folie in der Größe 7 x 20 cm plus jeweils Nahtzugabe an jeder Kante. Wenn ihr ein breiteres oder schmaleres Stück Plastik wollt, dann natürlich entsprechend mehr oder weniger als 7 cm. Der Plastikstreifen wird ein wenig seitlich versetzt eingesetzt, nicht genau mittig. Links und rechts davon braucht man also entsprechend breite Stoffstreifen. Meine sind 13 und 7 cm breit. Wie auch immer ihr das aufteilt, die gesamte Breite muss 27 cm ergeben (ohne Nahtzugaben gerechnet).

Wir brauchen die Stoffstreifen jeweils doppelt, einmal aus Oberstoff und einmal aus Futter. Der Plastikstreifen wir nicht gefüttert, sonst wäre er ja nicht mehr transparent. Also wird zugeschnitten:
Jetzt nähen wir diese Teile zusammen. Zuerst die 13 cm breiten Stoffteile an das Plastikteil. Die drei Teile werden übereinander gestapelt, unten das Futter (rechte, schöne Seite zeigt nach oben), dann das Plastik (falls es eine rechte Seite hat, zeigt die auch nach oben) und obendrauf der Oberstoff (rechte Seite zeigt nach unten).

Die drei Teile werden an einer der 20-cm-Kanten ausgerichtet (fixiert das mit Stecknadeln!) und dort zusammengenäht und ggf versäubert. Dann kann man die Stoffteile umfalten und das Plastik wieder zum Vorschein bringen (unteres Bild). Wer will kann die Naht jetzt nochmal sichtbar absteppen.

Genau so arbeitet man auch der übrigen Teile an die andere 20-cm-Kante (darauf achten, dass die Futterteile und Oberstoffteile jeweils auf der gleichen Seite landen!) und damit ist der Stoffteil der Tasche fertig und wartet nur noch auf seine weitere Verarbeitung mit dem Reißverschluss.

Legt das gerade fertiggestellte Teile so vor euch, dass der Oberstoff oben liegt. Der Reißverschluss wird nun mit der Oberseite nach unten zeigend auf eine der 27-cm-Kanten gelegt und dort angenäht (Reißverschlussfuß der Maschine verwenden!). Da er etwas länger als der Stoff ist, kann man den Zipper ganz schließen und neben dem Stoff platzieren, so hat man keinen Ärger damit.

Die andere Seite des Reißverschlusses wird genauso auf die andere Kante des Stoffes genäht. Achtet dabei darauf, dass der Plastikstreifen an beiden Seiten aufeinander trifft und nicht verdreht wird. Die beiden Kanten können dann versäubert werden.

Jetzt haben wir eine Rolle mit Reißverschluss, auf links gedreht. Die überstehenden Enden des Reißverschlusses könnt ihr abschneiden (natürlich nicht den Zipper! Den solltet ihr vorher wieder irgendwo mittig platzieren). Wie das Ganze dann Form annimmt steht weiter unten.



Methode mit separatem Futter:
Wer einfach nur zwei schöne Stoffe verwenden möchte und auf Spielereien mit Einsatz verzichtet kann diese Methode verwenden. Man braucht ein Stück Oberstoff (der kann natürlich vorher schon gepatchworkt, bestickt, bemalt oder irgendwie verziert sein) und ein Stück Futter jeweils 20 x 27 cm plus Nahtzugaben an jeder Seite.

Der Reißverschluss wird wie folgt eingenäht: Legt den Futterstoff vor euch, die rechte Seite zeigt nach oben. Der Reißverschluss wird mit der Oberseite nach oben an einer der 27-cm-Kanten angelegt. Den Zipper schließt ihr komplett und platziert ihn neben dem Stoff dann macht er keine Probleme beim Annähen.

Wenn ihr diese Kante genäht habe (Reißverschlussfuss der Maschine verwenden!) dann nehmt ihr den Oberstoff und platziert ihn mit der rechten Seite nach unten zeigend genau auf dem Futterstoff. Der Reißverschluss ist jetzt zwischen den beiden Stofflagen.

Steckt den Oberstoff fest, dreht alles um und näht von der Rückseite genau auf der schon vorhanden Naht (!). Damit sind beide Stoffe angenäht und wir wenden uns der anderen Reißverschlussseite zu.

Dreht die Arbeit wieder um und legt den Oberstoff erstmal aus dem Weg, den brauchen wir gerade nicht. Die andere 27-cm-Kante des Futterstoffs wird jetzt an der anderen Seite des Reißverschlusses ausgerichtet. Den übrigen Stoff faltet ihr dabei aus dem Weg. Wieder wird zuerst diese Naht gemacht, dann das selbe Spiel mit dem Oberstoff (unteres Bild). Die beiden Kanten können dann versäubert werden.

Jetzt haben wir quasi zwei Rollen die mit dem Reißverschluss verbunden sind. Wendet den Futterstoff über den Oberstoff, dass es eine Rolle ergibt bei der der Oberstoff innen und das Futter außen liegt.

Die überstehenden Enden des Reißverschlusses könnt ihr abschneiden (natürlich nicht den Zipper! Den solltet ihr vorher wieder irgendwo mittig platzieren). Und dann können wir mit der Formgebung weiter machen:



Form geben:
Die Rolle die wir jetzt haben ist ein auf links gewendeter Rohling der Federtasche. Zuerst mal wird die Rolle platt gedrückt, der Reißverschluss liegt dabei genau in der Mitte der Oberseite. Der Zipper befindet sich irgendwo mittig.

Wer will kann jetzt noch solche Anfasslaschen einnähen, die man festhält wenn man den Reißverschluss schließt oder öffnet. Das ist ganz einfach. Ihr nehmt ein Stück Band oder einen schmalen Stoffstreifen (am besten eine vorher genähte und gewendetete Stoffröhre). Die Breite sollte etwa der Breite des Reißverschlusses entsprechen, das sind wohl etwa 2 cm. Wir brauchen zwei Stücken mit etwa 6 cm plus Nahtzugabe an den Enden. Jedes Stück faltet ihr auf die Hälfte (=3cm Länge) und legt es mit der offenen Seite auf das Ende des Reißverschlusses, innen in der Tasche. Dort steckt ihr es fest oder heftet es mit ein paar Stichen an. Das wird mit festgenäht wenn wir gleich die Seiten schließen.

Die kurzen Seiten werden jetzt also zugenäht, einfach brutal über den Reißverschluss drüber. Passt auf, dass ihr dabei keine Nadel abbrecht, näht vorsichtig und langsam. Auf der Seite an der der Reißverschluss offen ist, müsst ihr aufpassen, dass die beiden Hälften genau aneinanderstoßen und dazwischen keine Lücke entsteht.

Wer es besonders ordentlich will kann die kurzen Kanten noch mit Schrägband einfassen, das Band muss dabei an den Enden nicht eingefaltet oder versäubert werden, das kann einfach offen bleiben, das kommt eh gleich weg. Die Kanten einfach nur versäubern geht aber natürlich auch.

Jetzt kommt der Trick, der eine eckige Tasche aus einer flachen zaubert! Wer eine flache will kann übrigens jetzt aufhören und die Tasche einfach wenden, fertig ist sie. ;)
Zieht die Tasche etwas auf, so dass sie nicht mehr flach ist sondern etwas Volumen bekommt. Wenn ihr sie in eine Rollenform bringt, entstehen an den Ecken ganz automatisch solche "Zipfel", die man zusammendrücken kann und der Rolle damit eine eckige Form gibt. Lässt sich schwer beschreiben, ist aber ganz simpel.

Diese Zipfel näht ihr ab, wie weit von der Spitze entfernt, hängt davon ab wie hoch bzw breit die Form werden soll. Wer eine Tasche mit quadratischer Form haben will, sollte darauf achten, dass die Naht mit der die Zipfel abgenäht werden genauso lang ist, genauso wie der Abstand zwischen den beiden Nähten. Mit 2 bis 3 cm Abstand zur Spitze macht ihr jedenfalls nichts verkehrt. Die Nahtzugabe bzw das Schrägband der mittleren Naht faltet ihr dabei übrigens nach unten, vom Reißverschluss weg.

Auch diese Nähte können nochmal mit Schrägband eingefasst werden (Nahtzugaben dann vorher kurzschneiden), hier solltet ihr allerdings die Enden ordentlich verarbeiten. Oder die Kante einfach so lassen, da gibts ja nichts das ausfransen könnte.

Dann wird die Tasche gewendet und ist fertig! Hurra!



Variationen

Empfehlung

Nur gerade Nähte, da kann nicht viel schief gehen. Wenn ihr euch genau an die Anleitung haltet und sauber arbeitet ist das auch für Anfänger kein Problem.


Musiktipp

Natron empfiehlt: Was haltet ihr vom neuen Metallica-Album Death Magnetic? Ich finds gar nicht so übel.





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