Handytasche



Handytasche

Autor: Natron
Schwierigkeit: 2 von 4
19 Fotos dazu

So ein kleines textiles Heim fĂŒr das Mobiltelefon ist praktisch, hilft gegen Kratzer in unaufgerĂ€umten Handtaschen und ist zudem noch Ă€ußerst dekorativ. Und weil dieses hier ein Sichtfenster hat kann man sogar ohne Gefummel sehen wessen Anruf man gerade verpasst hat :)



Material Preis
Das können alles Dinge sein die man zuhause hat oder ohne finanziellen Aufwand beschaffen kann

Anleitung
SchemaAls erstes wird das Handy vermessen. Ihr braucht die LĂ€nge, Breite und Höhe sowie die GrĂ¶ĂŸe und Position eures gewĂŒnschten Sichtfensters. Mit diesen Maßen fertigt ihr euch ein Schnittmuster an, wie rechts zu sehen.
l = LĂ€nge (also von oben nach unten ĂŒber die Front oder RĂŒckseite gemessen)
b = Breite (quer gemessen)
h = Höhe (die "Dicke" des Handys)
k = GewĂŒnschte LĂ€nge der ĂŒberlappenden Klappe vorne
Die grĂŒne gestrichelte Linie interessiert uns noch nicht. Was es damit auf sich hat erfahrt ihr spĂ€ter, ignoriert sie jetzt einfach.
In dem rosa ausgefĂŒllten Feld schneidet ihr spĂ€ter das Sichtfenster ein. Das Feld entspricht mit seinen Maßen genau der Vorderseite des Handys, ihr mĂŒsst also das Sichtfenster dort nur entsprechend der Position des Displays und der Tasten einzeichnen. Ihr schneidet nicht das ganze Feld weg, es ist nur komplett rosa weil die Position des Sichtfensters im rosa Bereich variieren kann. Ein Beispiel fĂŒr das eigentliche Fenster ist rot eingezeichnet. Die genaue Position könnt ihr vermessen, abschĂ€tzen oder mit einem dĂŒnnen Papier direkt vom Handy durchzeichnen. Man kann die GrĂ¶ĂŸe des Fensters genau auf die GrĂ¶ĂŸe des Displays anpassen oder man nimmt noch ein paar wichtige Tasten dazu die man dann durch die Folie bedienen kann. Achtet auf jeden Fall darauf, dass die obere Kante spĂ€ter die ist an der die Klappe sitzt! In der Zeichnung ist es gedreht dargestellt.

Die Maße könnt ihr generell ruhig knapp bemessen, also ohne große Zugabe. Der Stoff wird sich in der Regel beim Gebrauch noch etwas weiten. Wer auf Nummer sicher gehen will kann natĂŒrlich noch ein paar Millimeter dazugeben. Es kommt hier wirklich auf ganz kleine Unterschiede an, also arbeitet sehr genau, sonst passt es spĂ€ter nicht.

Wenn ihr also jetzt so ein Schema habt mit Sichtfenster und allem, dann schneidet es aus Papier aus. Das Sichtfenster schneidet ihr auch raus, so dass ein Loch entsteht. Mit diesem Papierschnitt gehen wir jetzt an die Stoffe.


Es empfiehlt sich, die Stoffe beide mit dĂŒnner Vlieseline oder anderer Gewebeeinlage zu verstĂ€rken, dann hat die Tasche einen besseren Stand und lĂ€sst sich leichter verarbeiten.
Das Schema ĂŒbertragt ihr auf die Stoffe (markiert auch das Sichtfenster!) und schneidet es aus jedem Stoff ein Mal aus. Das Sichtfenster schneidet ihr noch nicht aus. Achtung! Es sind keine Nahtzugaben enthalten, gebt also an den LĂ€ngsseiten welche dazu. An den kurzen Seiten sind keine Nahtzugaben nötig.


Jetzt kommt die Folie ins Spiel. Ihr könnt dafĂŒr sehr gut ein kleines StĂŒck dieser transparenten Tischdecken verwenden die man im Kaufhaus oder in der Drogerie bekommt (siehe auch Candyfolie im Glossar). Folien von Schnellheftern oder Ă€hnliches ist unter UmstĂ€nden auch geeignet. Achtet darauf, dass die Folie weich und glatt ist und nicht zu milchig. Wer keine Folie auftreiben kann, kann möglicherweise auch ein StĂŒck schwarzen TĂŒll nehmen, auch wenn das nicht optimal ist.
Ihr schneidet ein StĂŒck Folie zu, das so groß ist wie das Sichtfenster plus Nahtzugabe rund herum.


EinschneidenJetzt markiert ihr auf euren Stoffteilen innerhalb des Sichtfensters auch rundherum eine Nahtzugabe. Nehmt hier maximal einen Zentimeter. Schneidet den restlichen Stoff innerhalb des Fensters weg (dabei hilft unter UmstĂ€nden ein Cutter oder Bastelmesser). Schneidet an den Ecken des Fensters die Nahtzugabe bis an die Markierung ein. SpĂ€ter neigt das Fenster dazu, eher zu klein als zu groß zu werden, also seid nicht zu vorsichtig.

UmbĂŒgelnFaltet die Nahtzugaben auf die RĂŒckseite des jeweiligen Stoffes um und bĂŒgelt sie so in Position. Das ist etwas fummelig und man muss aufpassen sich nicht die Finger zu verbrennen wenn man die kurzen Nahtzugaben festhĂ€lt. BĂŒgeln hilft hier wirklich viel um diesen etwas frickeligen Schritt gut hin zu kriegen. Macht euch die MĂŒhe, es macht einen Unterschied!

GestecktDann legt ihr die beiden Stoffteile mit den linken Seiten (den RĂŒckseiten) passgenau aufeinander und die Folie fĂŒr das Fenster an der richtigen Stelle dazwischen. Die Nahtzugaben der Fenster liegen jetzt, genau wie die Folie, zwischen den Stoffen und von außen sieht es ordentlich aus. Steckt das mit Nadeln fest und nĂ€ht dann einmal rundherum durch alle Lagen an der Kante entlang. Achtet GenĂ€htdarauf, wirklich nah am Rand zu nĂ€hen, sonst rutschen euch die Stofflagen wieder raus. Wenn irgendwo eine Lage nicht mitgefasst wurde kann man das mit winzigen Stichen von Hand reparieren.
Jetzt seht ihr warum es wichtig ist genau zu arbeiten. Die Ausschnitte in den beiden Stoffen mĂŒssen genau aufeinander passen!

Wer das Fenster eingenÀht hat, hat schon das schwierigste geschafft. Jetzt geht es unkompliziert weiter.
Die beiden Stoffe sind jetzt verbunden und werden wie einer behandelt. Die Ecken der Klappe könnt ihr nun ein wenig abrunden. Das geht ganz gut wenn man eine Garnrolle oder ein Schnapsglas an die Ecke stellt und die Rundung nachzeichnet. Schneidet die Kontur ohne Nahtzugabe aus.

AbgerundetDie andere kurze Kante wird dann mit einem StĂŒck SchrĂ€gband eingefasst (wie man SchrĂ€gband annĂ€ht steht auch in den Tipps).
Wer einen Klettverschluß macht, positioniert diesen jetzt in einer Anprobe und nĂ€ht ein Teil davon unterhalb der gerade eingefassten Kante auf.

Wenn ihr das habt dann faltet ihr den Stoff an der grĂŒnen gestrichelten Linie (siehe Zeichnung oben) um. Der Futterstoff liegt dabei innen. Fixiert das mit Stecknadeln und nĂ€ht die Kanten seitlich zusammen. Dann könnt ihr schon das Handy in die noch unfertige Tasche stecken und prĂŒfen ob alles stimmt.

Die seitlichen Kanten und die Klappe werden jetzt in einem Rutsch mit SchrĂ€gband eingefasst. Achtet darauf, dass der Anfang und das Ende ordentlich werden. Ich lasse dafĂŒr ein kurzes StĂŒck Band ĂŒberstehen und falte das nachdem ich die erste Naht gemacht habe nach innen um bevor ich das Band um die Kante falte.

SchrÀgband SchrÀgband

Wer einen Knopfverschluß mit Schlaufe haben möchte passt mal eben kurz auf. Bevor ihr die zweite Naht auf dem SchrĂ€gband macht, also bevor es umgefaltet wird macht ihr ein kleines Loch in das Band, mittig auf der Klappe. Es reicht wenn ihr dazu die FĂ€den aueinanderschiebt (mit einem Bleistoft oĂ€), man muss nicht einschneiden. Dann nehmt ihr das Gummiband (es geht auch ein unelastisches Band, aber Gummi ist praktischer) und macht eine Schlaufe. Die Enden verknotet ihr zusammen. Die Schlaufe steckt ihr jetzt von innen (!) so durch das Loch im SchrĂ€gband, dass der Knoten innen ist und die Schlaufe außen zu sehen ist. Durch den Knoten kann die Schlaufe nicht rausrutschen. Dann faltet ihr das SchrĂ€gband normal um und nĂ€ht es wie gewohnt fest. Dabei nĂ€ht ihr auch die Schlaufe nochmal extra an.


Jetzt ist die Tasche schon so gut wie fertig. Handy rein und festlegen wo der Knopf fĂŒr die Schlaufe sitzen soll, dann diesen per Hand annĂ€hen. Oder einen zweiten Klettverschluß bzw Druckknöpfe annĂ€hen. Fertig!


Variationen
Empfehlung
Nicht aufwÀndig aber etwas fummelig. Ihr solltet schon halbwegs ordentlich und exakt arbeiten können. Kann man auch gut per Hand nÀhen.


Musiktipp
Natron empfiehlt: Schöner melancholischer Metal (ich mag die Bezeichnung "Gothic Metal" nicht) von Sentenced aus Finnland. Die Band gibts nicht mehr, die Musik ist aber große Klasse. Ich liebe zum Beispiel das "The Cold White Light"-Album.





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