Mittelalterrock



langer Rock

Autor: Natron
Schwierigkeit: 2 von 4
30 Fotos dazu

Forgotten lore...

Langer Rock aus Waschleder. Teilweise in Falten gelegt, fĂ€llt daher schön schmal, ist aber trotzdem weit genug zum bequemen Laufen. Knöchellang, komplett geschlossen (aber in Wickelrock-Optik) und mit Schnalle am Bund. Prima LARP-, Fantasy- oder Mittelalterklamotte (wenn auch nicht fĂŒr die "historisch korrekt"-Fraktion ;).



Material


Preis



Anleitung


rockteil Man(n) braucht zuerst mal folgende Maße:
- gewĂŒnschte RocklĂ€nge
- Taillenumfang (dort wo der Bund sein soll)
- "HĂŒft"umfang (die stĂ€rkste Stelle am Hintern)

Dann wird das Rockteil aus den Bild rechts zurechtgeschnitten (eine Aufgabe, die zu schaffen ist).



Dann fangen wir mal mit der Fummelarbeit an. Der Rockteil wird in Falten gelegt. Leider lĂ€ĂŸt sich Waschleder nicht bĂŒgeln (oder nur sehr schlecht) daher muss man sehr aufpassen, daß sich die Falten nicht verschieben. schattiert!! Also viiiiele Stecknadeln und noch mehr Geduld.

Die Falten werden reingenĂ€ht, wie man das im Querschnitt sieht (rote Markierungen). Dabei ist zu beachten, daß sie nicht komplett zugenĂ€ht werden, sondern nur immer durch 2 Lagen Stoff genĂ€ht wird, so daß sie noch aufspringen können.

querschnitt

Damit wĂ€r erstmal die grĂ¶ĂŸte Nervenprobe geschafft.
Jetzt wird das ganze auf Figur gebracht. Der Mensch (und auch MĂ€nner sind nur Menschen) ist ja im allgemeinen um die Taille rum schmaler als um den Hintern. Deshalb sollte der Rock das auch werden. Wie? Die Falten sind der Trick! Die werden nĂ€mlich nach oben hin verschoben. (Das Prinzip kann und sollte man sich auch nochmal beim Schottenminirock anschauen, Soda hat sich viel MĂŒhe mit der ErklĂ€rung gemacht)

schiebenErstmal brauchen wir den Abstand zwischen dem Taillenmaß und dem HĂŒft(Hintern-)maß. Das sollten etwa so 20 cm sein. In dieser Höhe (vom noch nicht vorhandenen Bund abwĂ€rts gemessen)stecken wir die Falten mit Stecknadeln so fest, daß sie nicht mehr aufklappen können und das ganze sich nicht auffaltet. Die Stelle bleibt so. DarĂŒber allerdings werden die Falten verschoben. Etwa jede zweite Falte wird ein bißchen weiter ĂŒberlappt als vorher damit der Bund schmaler wird. Ja, dabei geraten die gesteppten Faltenkanten innen etwas außer Rand und Band, aber das ignorieren wir mal solange es von außen schön glatt ist. Immer schön feststecken und zwischendurch anprobieren. Wenns zur Zufriedenheit ausgefallen ist können die Falten bis zur Hinternmarkierung festgenĂ€ht werden. Ja, diesmal richtig, daß sie nicht wieder aufgehen (Am besten man nĂ€ht dort wo schon eine Naht vom Steppen war). Ich habe noch ein kleines StĂŒck weiter (nach unten) festgenĂ€ht, damit die Falten schön gerade fallen, aber das ist evtl nicht nötig. Jetzt sehen wir einen der Vorteile von Waschleder: NĂ€hte fallen kaum auf! Ist das nicht schön?


Jetzt also nochmal anprobieren und markieren wie weit der Rock ĂŒberlappen soll. Die obenliegende Kante nach innen umschlagen (evtl versĂ€ubern) und auf die andere aufnĂ€hen, dann sieht das ein bißchen so wie ĂŒberlappt aus. Oben bleiben aber 20 bis 25 cm offen. Dort wird nur die Kante umgenĂ€ht.
So, das meiste wĂ€r geschafft. Jetzt machen wir mal den Bund dran. Der obere Rand des Rockes sollte jetzt so grob 90 bis 100 cm sein. Der Streifen Stoff fĂŒr den Bund ist etwa 7 cm lĂ€nger. Die Höhe wird ca 10 cm. Das schneidet ihr jetzt mal aus. Ich warte solange. *g*
So. AngenĂ€ht wird folgendermaßen. Der Bund wird mit der rechten (schönen) Seite nach unten auf den Rockteil gelegt (siehe Bild, so wĂ€re das aufgeklappt), festgenĂ€ht und umgeklappt. Dann von innen nochmal festgenĂ€ht, so daß man von außen nur eine Naht sieht.
Bei Waschleder geht das so, ohne daß man die Kanten noch extra versĂ€ubern muss, aber wer anderen Stoff nimmt sollte da mal etwas aufpassen. umklapptechnik

lascheDer ĂŒberstehende Teil des Bundes wird nachher durch die Schnalle gezogen, muss also entsprechend schmal werden. Denkt da dran und arbeitet evtl den Bund schon etwas schmaler.
Beim ĂŒberstehenden Teil faltet man die hintere Nahtzugabe auch um und nĂ€ht dann einmal drĂŒber, so daß wieder mit einer Naht alles gesĂ€umt ist. Am Ende schrĂ€g zunĂ€hen und kurz abschneiden (Nein, einmal nicht gesĂ€umt. Wenn will kann das ja trotzdem machen.).

Hier werden jetzt auch die Ösen eingeschlagen (haltet euch an die Anleitung die die Ösen mitbringen). Wer sowas noch nie gemacht hat: Üben! Das braucht ein bißchen bis man die Dinger mit nem Hammer gut hinbekommt, also nehmt erstmal ein ReststĂŒck und probiert aus wies geht.
Ich hab hier 4 Ösen gemacht. Das kommt aber ganz drauf an wie lang ihr die Lasche machen wollt.
Dann ein schmales StĂŒck Stoff an beiden Kanten umschlagen, sĂ€umen und ein kleines lĂ€ngliches Loch fĂŒr den Spiekser der Schnalle reinschneiden. EinfĂ€deln, umklappen und dicht am Querbalken (von Hand) festnĂ€hen. Probiert vorher ob die Schnalle sich noch gut bewegen lĂ€sst, also ob das Loch richtig sitzt!
Der Streifen Stoff wird nun an der entsprechenden Stelle auf den Bund genÀht.
schnalle Ich hab das jetzt mal etwas kurzgefasst, ich denke ihr wisst alle wie eine Schnalle funktioniert. Wer trotzdem nicht mitgekommen ist (macht ja nix!) darf auch gerne nachfragen.
Evtl ist es nötig noch einen kleinen AbnĂ€her zu machen, damit der Schlitz vorne nicht schief fĂ€llt. Da faltet man einfach direkt vor der Schnalle ein kleines StĂŒck nach vorne um und nĂ€ht das am Bund fest.

Soweit eigentlich fertig. Nur noch unten kĂŒrzen (wenn nötig) und SĂ€umen. (Laßt euch beim Festlegen der LĂ€nge helfen! Das geht nicht alleine.)

Voila!





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