Gwendoline-Mittelalterkleid



geschnĂĽrtes Kleid

Autor: Puppenlied
Schwierigkeit: 2 von 4
19 Fotos dazu

Hab auf den Wunsch einer netten Dame die Anleitung zu meinem liebsten Mittelalterkleid aufgeschrieben. Kann ja nicht alles fĂĽr mich behalten ;-)
Ein relativ einfaches Kleidchen, an den Seiten durch Schnürung zu schließen, sonst bleiben die Seiten offen. Braucht also noch einen Unterrock (oder auch nicht, Mutige können auch einfach einen breiten Gürtel um die Hüften legen, dass es da nicht aufklafft) Ich ziehe dazu einen Keilrock aus schwarzer Baumolle an.


Benötigt werden bei 1,40 m Stoffbreite 2 m Stofflänge (da bleibt zwar sicher was übrig, aber lieber zu viel angeben, sonst fehlt nachher noch Stoff). Unelastischer Stoff und am besten Baumwoll- oder Leinengewebe wegen der Authentizität (was für'n Wort!). Leicht elastischer Stoff ginge auch, aber da könnten die Ösen rausrutschen.
40 Ă–sen (Lochzange ist sehr hilfreich) und zwei SchnĂĽre, je ca. 1,20m lang

Am besten, man misst sich erst mal aus und schreibt sich die Werte auf einen Zettel. Gebraucht werden quer:
Schulterbreite (von Schultergelenk zu Schultergelenk vorne quer rĂĽber)
Brustumfang
Taillenumfang
Hinternumfang
Und längs:
Längen von der Schulter obendrauf aus gemessen bis jeweils zu den Linien, wo man die Umfänge ermittelt hat, also:
bis Brustspitze
bis Taille
bis zur HĂĽftlinie
und bis zum Knöchel oder Boden, je nachdem was einem lieber ist.

schnitt Jetzt kanns losgehen:
Die Stoffbahn rechts auf rechts der Länge nach falten und glatt auslegen. Davon wiederum die Mitte markieren und auch der Länge nach einzeichnen. So ca. 2cm von oben kann man nun eine erste Querlinie (Schulterlinie) einzeichnen, auf der man die Schulterbreite nach rechts und links abträgt (Also jeweils die Hälfte vom gemessenen Wert nach einer Seite.) Diese beiden Punkte werden um 2cm nach unten versetzt für die Schräge der Schultern. An der oberen Linie müssen nun die Punkte für den Ausschnitt festgelegt werden. Ich hab meinen 18cm breit gemacht, vorne 17 cm tief und hinten 2 cm tief. (Der wird durchs Verstürzen noch wenige cm weiter, aber das kommt noch)
Dann kommt die nächste Querlinie, die Brustlinie. Dann die Taillenlinie, und dann die Hüftlinie, jeweils bei den gemessen Längen von oben.
Überall die halben Umfangsmaße anzeichnen (ist ja auch nur ein "halbes" Kleid), ohne Bequemlichkeitszugabe, damit die Schnürung nachher richtig knackig sitzt. Dann die geschwungenen Linien von Armlöchern und von dort bis zur Hüfte einzeichnen. Von der Hüftlinie kann man dann weiter werden, ganz unten die volle Stoffbreite ausnutzen. Die Schrägen Linien sollten mindestens ab 5cm vor der Saumlinie senkrecht weiterlaufen, dass man dann unten rechte Winkel erhält. So säumt es sich nachher besser. Und Platz für die Nahtzugaben lassen! (Drücke ich mich eigentlich noch verständlich aus?)
Ach ja, das hintere Kleidteil würde ich noch ca. 2 cm länger machen! Eine Erfahrung hat gezeigt dass das Rückenteil durch die Form des "verlängerten Rückens" ;-) kürzer wirkt. (auch wenn er noch so klein ist *räusper*)
Wer will, kann noch Abnäher vom Armloch bis in Höhe der Brustpitzen einarbeiten, aber nicht zu breit, sonst könnte das Armloch zu eng werden. Jetzt noch Nahtzugaben rundrum und das wär erstmal geschafft.

Der Ausschnitt soll verstürzt werden. Dazu zeichnet man die Ausschnittform in den gleichen Maßen auf. In meinem Fall würde es ein Viereck ergeben, das 19cm lang und 18cm breit ist. Das wäre der innere Bereich, der gleich rausgeschnitten wird. Aber erst zeichnet man rundrum noch ein Viereck das an allen Seiten gut 6cm weiter ist als das innere. Also 31cm x 30cm. Nun hat man alle Schnittteile.

Dann kanns ans nähen gehen:
Zuerst die Abnäher, wenn vorhanden. Dann die Schulternähte schließen und man kann sich an den Ausschnitt wagen. Das Viereck wird erstmal aussenrum versäubert (Zickzackstich), dann -rechte Stoffseiten aufeinander- auf den Ausschnitt gesteckt, rundherum festgenäht und gewendet. An den Innenecken vorher bis kurz vor die Naht schräg einschneiden, sonst zieht es blöde Falten. Nach innen umbügeln macht sich jetzt auch ganz gut. (jaja, bügeln = Unwort *g* ) Dann kann man alles durchsteppen oder später von innen per Hand "unsichtbar" annähen. Nun noch alle restlichen Nahtzugaben versäubern und umnähen und dann hat man nur noch die Arbeit mit den vielen Ösen vor sich.
Kleid schonmal überwerfen, die Punkte markieren wo die Ösen an der Hüfte hinsollen, ausziehen und gleichmäßig die restlichen Ösenpunkte verteilen. Dann mit Lochzange vorstanzen (wenn keine zur Hand ist, ganz vorsichtig mit der Schere kleine Löcher machen.) und Ösen reindrücken oder hämmern.
Und jetzt mit der SchnĂĽrung anziehen ĂĽben! Erfordert etwas Akrobatik, aber fĂĽr das Kleid lohnt es sich doch :-)


Variationen Musiktipp
Tja, was sollte ich wohl als Musiktip dazugeben?
"Corvus Corax" - Seikilos natĂĽrlich ;-)





Zurück zur Kategorie
Zurück zur Klamottenübersicht
Zurück zu N&S